Kunst für 1.500 Jahre "verschluckt"

30. Juli 2004, 12:12
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50 zeitgenössische Kunstwerke sind am Mittwoch als "Deutsches Kulturerbe" in Stahlzylindern in einem Bergstollen eingelagert worden

Oberried - 50 Kunstwerke zeitgenössischer Künstler sind am Mittwoch als "Deutsches Kulturerbe" im Barbarastollen bei Oberried im Schwarzwald eingelagert worden. Die Idee dazu hatte der Künstler Adalbert Hoesle. Der Stollen ist der "Zentrale Bergungsort der Bundesrepublik Deutschland" für Kunstwerke. Anlass der Aktion sei der 50. Jahrestag der Haager Konvention, sagte Hoesle. Mit ihr verpflichten sich die unterzeichnenden Nationen, ihr Kulturerbe in Friedenszeiten auf Dauer gegen Kriegsfolgen zu sichern.

Kunst im Stahlzylinder

"Eine derartige Aktion ist einmalig in der deutschen Kunstgeschichte", sagt der Künstler. Die Einlagerung nennt er "Verschluckung". Die in Stahlzylinder für 1500 Jahre eingeschweißten Kunstwerke hat außer dem jeweiligen Künstler und Hoesle nie jemand gesehen.

Auch Schlingensief mit dabei

"Die Kunst wird der Betrachtung entzogen und hat dennoch eine große Präsenz", sagte Hoesle. Zu den Künstlern zählten unter anderem Beate Gütschow, Katharina Grosse und Christoph Schlingensief. Die Zylinder befinden sich unter Tage in guter Gesellschaft: In dem Stollen lagern mehr als 600 Millionen auf Mikrofilm gebannte Aufnahmen geschichtlicher Dokumente, die im Original in deutschen Archiven verwahrt werden. (APA/dpa)

  • Stahlzylinder schützen die Kunstwerke für 1500 Jahre
    foto: "verschluckung"

    Stahlzylinder schützen die Kunstwerke für 1500 Jahre

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