Oberster Hamas-Chef: Arafat und Abbas sollen Chaos beenden

21. Juli 2004, 22:13
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Arafat für Einheit und Rückkehrrecht aller Palästinenser - In Nablus entführter Politiker wieder frei

Gaza/Rashidiye - Der oberste Chef der radikalislamischen Hamas-Organisation, Khaled Mechaal, hat Palästinenserpräsident Yassr Arafat und dessen früheren Regierungschef Mahmud Abbas aufgefordert, Ordnung in das derzeitige Durcheinander im Sicherheitsbereich zu bringen. Wie die Palästinenserorganisation in Gaza mitteilte, führte Mechaal von Damaskus aus am Mittwoch Telefongespräche mit den beiden Spitzenpolitikern. Darin habe er sich für einen innerpalästinensischen Dialog zur Beilegung der Krise ausgesprochen.

Zugleich habe er seine Sorge über die "schlechte Lage in den Palästinensergebieten" geäußert und vor den daraus drohenden "Gefahren" für das palästinensische Volk gewarnt. Mechaal habe außerdem bekräftigt, dass Waffen "nur gegen den zionistischen Feind" (Israel) eingesetzt werden sollten.

Arafat setzte sich unterdessen für die Einheit und das Rückkehrrecht aller Palästinenser ein. In einem per Lautsprecher im palästinensischen Flüchtlingslager Rashidiye im Südlibanon übertragenen Telefonat sagte Arafat, er halte weiterhin am "Rückkehrrecht für alle in der Welt verstreuten Palästinenser" fest. Unter dem Jubel von Tausenden seiner auf dem zentralen Lagerplatz versammelten Anhänger sagte Arafat: "Wir werden weiter für die Verwirklichung unseres unabhängigen und freien Staates kämpfen und unser Land verteidigen".

Ein in Nablus im nördlichen Westjordanland von maskierten Männern entführter palästinensischer Politiker kam am Abend wieder auf freien Fuß. Wie Sicherheitsleute der Nachrichtenagentiur AFP sagten, handelte es sich um den für die Sicherheit der Dörfer um Nablus zuständigen Fadel Ashuli. In einem Anruf bei AFP bekannten sich die Al-Aksa-Brigaden zu der Entführung. Die bewaffnete Gruppe steht Arafats politischer Organisation Fatah nahe. (APA)

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