UNO könnte Sanktionen gegen Sudan vorerst zurückhalten

23. Juli 2004, 17:19
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Afrikanische Union berät mit Darfur-Rebellen über Bedingungen für Verhandlungen

New York/Genf/Berlin - Der Weltsicherheitsrat der Vereinten Nationen hat sich am Mittwoch über die jüngsten Entwicklungen im Sudan unterrichten lassen. Zuvor ließ Generalsekretär Kofi Annan durchblicken, dass der Sicherheitsrat die angedrohten Sanktionen gegen Khartum wegen der schweren Krise in der Provinz Darfur vorerst noch zurückhalten will. Der UNO-Beauftragte für den Sudan, Jan Pronk, erklärte, dass sich die Lage durch die erleichterten Einreisebedingungen für humanitäre Helfer zumindest in einem Punkt verbessert habe. Pronk überwacht für die Vereinten Nationen im Sudan, ob Khartum das mit Annan unterzeichnete Abkommen umsetzt.

In Genf werden am Donnerstag Vertreter der Afrikanischen Union (AU) und der Darfur-Rebellen zusammenkommen. Es gehe darum zu erörtern, unter welchen Bedingungen die Rebellen an Friedensverhandlungen teilnehmen würden, teilte das Henri-Dunant- Zentrum für humanitären Dialog (HDC) mit. Seit vergangenem Juli vermittelt es in dem Konflikt. Auch Vertreter der Vereinten Nationen und des Tschad werden demnach zu dem Treffen erwartet.

Der frühere UNO-Berichterstatter für den Sudan, der deutsche FDP-Politiker Gerhart Baum, hält die Krise in Darfur für einen Völkermord. "In meinen Augen ist das, was dort geschieht, Völkermord", sagte er dem Berliner "Tagesspiegel" (Donnerstag-Ausgabe). Die Regierung in Khartum sei mitverantwortlich. "Im Grunde verfolgt die gesamte Führung in Khartum eine Politik der ethnischen Säuberung."

Arabischen Milizen haben mit Unterstützung der sudanesischen Armee mehr als eine Million Schwarzafrikaner im Westen des Landes vertrieben. Dabei kamen schätzungsweise 30.000 Menschen ums Leben. Der Konflikt zwischen Rebellen und der Regierung existiert seit 21 Jahren. (APA/dpa)

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