Korallenriffe besser zu schützen

26. Juli 2004, 12:06
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"Okinawa-Deklaration" soll Gefahrenquellen eindämmen - Internationale Forscher fordern erhöhten Schutz für die Riffe

Okinawa - Internationale Wissenschaftler haben beim zehnten "International Coral Reef Symposium" in Okinawa eine Deklaration zum besseren Schutz der weltweiten Korallenriffe beschlossen. Damit sollen die fragilen Ökosysteme, die nach Angaben des Hydrobiologen Helmut Schuhmacher von der Universität Duisburg-Essen in den vergangenen zwanzig Jahren massiv zerstört wurden, konsequenter geschützt werden.

Nach Angaben von Schuhmacher, der als Vorstandsmitglied und nationaler Repräsentant der "International Society for Reef Studies" bei dem alle vier Jahre stattfindenden Gipfeltreffen auftrat, sind bis zu 70 Prozent der Riffe stark geschädigt, nur 30 Prozent davon hätten ein Erholungspotenzial. Besonders stark betroffene Gebiete lägen in Südostasien und in der Karibik. Die Restaurierung der geschädigten Riffe würde Jahrzehnte dauern. Die insgesamt 1.400 Symposiums-Teilnehmer haben daher die "Okinawa-Declaration" beschlossen, in der alle Regierungen und internationalen Organisationen aufgerufen werden, Korallenriffe umfassend zu schützen, zerstörerische Fischereimethoden einzustellen, die Einschwemmung von Sediment und Giftstoffen vom Land zu unterbinden und geschädigte Riffe zu restaurieren.

Bedrohung durch globale Erwärmung

Riffe haben im Naturhaushalt wichtige Funktionen im Küstenschutz und im Bilden genetischer Ressourcen. Außerdem sind sie von großer Bedeutung für die Fischerei. Ohne rasche Hilfe könnten die bedeutenden Funktionen nicht mehr aufrechterhalten werden, meinen die Experten. Zunehmende Bedrohungen für Korallenriffe liegen in der globalen Erwärmung, der regionalen Verbauung der Küsten, dem Eintrag von Schadstoffen, zerstörerischen Fischereipraktiken und Tourismusaktivitäten. (pte)

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