Entführer drohen mit Enthauptung von Geiseln

22. Juli 2004, 15:06
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Polen und Bulgarien bleiben nach Drohungen von Terrorgruppe hart

Bagdad - Wieder haben Entführer im Irak mit der Enthauptung von Geiseln gedroht. Der arabische Fernsehsender Al Arabiya strahlte am Mittwoch ein Video einer Gruppe mit Namen "Träger der schwarzen Banner" aus, auf dem eine vermummte Person erklärte, sie hätten drei Inder, zwei Kenianer und einen Ägypter als Geiseln genommen. Einen Tag nach der Freilassung eines gekidnappten philippinischen Lastwagenfahrers will wieder eine militante Gruppe sechs ausländische Lkw-Fahrer ermorden, sollte sich deren kuwaitischer Arbeitgeber nicht umgehend aus dem Irak zurückziehen.

"Cowboy-Besatzer"

"Wir haben alle Länder, Firmen, Geschäftsleute und Lastwagen gewarnt, die mit den amerikanischen Cowboy-Besatzern zusammenarbeiten", hieß es in einer Erklärung, die an die Nachrichtenagentur AP in Bagdad erging. Die Geiseln würden getötet, wenn die Länder, aus denen sie kommen, ihre Truppen und Zivilisten nicht aus dem Irak abzögen. Tatsächlich haben weder Indien und Kenia noch Ägypten Soldaten im Irak stationiert.

Das kuwaitische Unternehmen müsse sich umgehend aus dem Irak zurückziehen und seine Büros schließen, sonst würde in 72 Stunden die erste Geisel getötet, danach in Abständen von 72 Stunden die weiteren, berichtete Al Arabiya.

Polen und Bulgarien wollen ihre Truppen aus dem Irak nicht abziehen. Der bulgarische Präsident Georgi Parwanow sagte, sein Land werde dem Druck nicht nachgeben. "Die polnischen Sicherheitsbehörden nehmen jede Information über Bedrohungen ernst und versuchen, eventuellen Angriffen entgegen zu steuern", sagte der polnische Ministerpräsident Marek Belka. Ein Abzug kommt für ihn dennoch nicht in Frage.

Die Gruppe Tawheed wa Jihad, die sich selbst als "Organisation von El Kaida in Europa" bezeichnet, hatte zuvor auf einer arabischen Internetseite Sofia und Warschau mit Terroranschlägen in ihren Ländern gedroht, sie würden sonst "den Preis bezahlen, wie schon die USA und Spanien".

Derzeit wird im Irak noch ein bulgarischer Lastwagenfahrer von Extremisten gefangen gehalten. Ein Kollege von ihm war Medienberichten zufolge vergangene Woche getötet worden. (APA/AP/Reuters/dpa)

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