Südkorea und Japan locken Nordkorea

23. Juli 2004, 12:29
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Friedliche Beilegung des Atomstreits als Ziel

Seoul/Jeju - Südkorea und Japan haben Nordkorea als Gegenleistung für die Beendigung seines Atomprogramms erneut umfassende wirtschaftliche Hilfe und diplomatische Vorteile in Aussicht gestellt. Falls der Atomstreit friedlich beigelegt werde, sei Seoul zu weit gehenden Kooperationsprojekten mit dem Nachbarland bereit, sagte Südkoreas Präsident Roh Moo Hyun am Mittwoch nach einem Treffen mit dem japanischen Ministerpräsidenten Junichiro Koizumi auf der südkoreanischen Insel Jeju. Tokio werde dann außer der wirtschaftlichen Zusammenarbeit auch die Normalisierung der Beziehungen mit Pjöngjang vorantreiben, sagte Roh.

Für die Aufnahme voller diplomatischer Beziehungen müsse Pjöngjang jedoch das Problem seines Atomwaffenprogramms aus der Welt schaffen, die Bedrohung durch sein Raketenprogramm beseitigen und die Frage der von Nordkorea verschleppten japanischen Staatsbürger vollständig klären, sagte Koizumi, der für zwei Tage Rohs Gast auf Jeju ist. "Die Normalisierung der Beziehungen kann innerhalb eines Jahres erfolgen, wenn Nordkorea die Pjöngjang-Erklärung (von September 2002) umsetzt", sagte Koizumi in Anspielung auf seinen ersten Besuch in der nordkoreanischen Hauptstadt vor knapp zwei Jahren. Die komplette Beseitigung des nordkoreanischen Atomprogramms sei das gemeinsame Ziel Südkoreas, Japans und der USA, betonte der Regierungschef.

Südkorea und Japan beteiligen sich an den Sechs-Länder-Gesprächen über den Atomstreit mit Nordkorea. Die dritte Runde, an der außer den USA auch noch China und Russland teilnahmen, war im Juni erneut ohne einen Durchbruch geblieben. Doch einigten sich die Teilnehmer auf eine Fortsetzung im September. (APA/dpa)

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