Kunstschmuggel: Genfer Kunsthändler verurteilt

26. Juli 2004, 19:36
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Galerist führte antikes Objekt aus dem Iran über die Schweiz in die USA ein: 5.000 Dollar Strafe und ein Jahr Gefängnis bedingt und

New York - Ein Genfer Kunsthändler ist am Dienstag von einem New Yorker Gericht zu einem Jahr Gefängnis bedingt und 5.000 Dollar (4.037 Euro) Buße verurteilt worden. Der Kunsthändler hatte ein wertvolles antikes Objekt aus Iran über die Schweiz in die USA geschmuggelt. Der aus dem Libanon stammende Antiquar hatte sich in der Gerichtsverhandlung für schuldig bekannt, um die Höchststrafe von einem Jahr Gefängnis unbedingt und 100.000 Dollar Buße zu vermeiden.

US-Staatsanwalt Evan Barr bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur sda die Höhe des Strafmaßes. Das Urteil von Richter Ronald Ellis und ob die Anklage mit dem Ergebnis zufrieden sei, wollte Barr nicht kommentieren.

Kunsthändler wollte ans MoMa in New York verkaufen

Der Verurteilte und sein Bruder leiten über ihre Galerie in Genf einen der weltweit größten Händel mit antiken Objekten. Der aus Silber gegossene Griffon ist rund 1,5 Millionen Schweizer Franken (979.112 Euro) wert und wurde aus der "Grotte des Westen" an der Grenze zwischen Irak und Iran gestohlen. Wie er in die Hände des libanesischen Antiquars geraten ist, ist unklar. Der Kunsthändler wollte das Objekt an das Metropolitan Museum of Art in New York verkaufen. Mittels falscher Papiere einer Scheinfirma deklarierte er das Kunstwerk am Zoll in Newark, New Jersey, als aus Syrien stammend.

Strikte Sanktionen verbieten die Einfuhr iranischer Güter

Infolge der strikten Sanktionen dürfen aus Iran keine Güter in die USA eingeführt werden. Der Angeklagte hatte vor Gericht zugegeben, mit den falschen Angaben die administrativen Schwierigkeiten umgehen zu wollen. Die US-Zollbehörden beschlagnahmten den silbernen Vogel. Ob das Kunstwerk seinen Weg in die Heimat finden wird, bleibt fraglich: Iran und die USA unterhalten keine diplomatischen Beziehungen. Die Schweiz vermittelt bei gegenseitigen diplomatischen Interessen.

In einem anderen Fall illegalen Kunsthandels hat die ägyptische Justiz den Kunsthändler bereits zu Beginn des Jahres in Abwesenheit zu 15 Jahren Haft verurteilt. (APA/sda)

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