Guter Rat bei erster Liebe

21. Juli 2004, 14:08
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Graz bekommt "First Love"-Ambulanz - FH-SchülerInnen und Grüne Jugend konzipieren Sexualberatungsstelle nach Wiener Modell

Graz - Mit der ersten Liebe kommen auch die ersten Probleme mit Fragen zur Sexualität, Verhütung, Schwangerschaft und Geschlechtskrankheiten. Einen Mangel an umfassender Sexualaufklärung und Beratung von Jugendlichen orten in der Steiermark die Grünen Jugendlichen und Studierenden des Grazer FH-Studienganges Sozialarbeit. Ähnlich wie in Wien, Oberösterreich, Salzburg und Kärnten will man nun auch hier die Einrichtung einer "First Love"-Ambulanz forcieren, in der sich Jugendliche anonym informieren können und gynäkologische Untersuchungen ohne Krankenschein möglich sind.

Schwangerschaften bei Mädchen

Das Thema erste Liebe und die damit verbundene Sexualität würden nach wie vor in vielen Familien als Tabus behandelt, so der Grüne Jugend-Landesvorsitzende. "Die bedauerliche Folge ist die hohe Zahl an Schwangerschaften bei jungen Frauen und viele junge Mütter, die sich mit enormen Problemen konfrontiert sehen. Von der allgegenwärtigen Gefahr einer HIV- oder Hepatitisinfektion gar nicht zu sprechen", so Marx.

"Wir wollen eine Institution, in der junge Menschen darauf vertrauen können, im Falle einer ungewollten Schwangerschaft kompetent beraten, psychologisch und sozialarbeiterisch betreut und über alle ihnen zur Verfügung stehenden Optionen informiert zu werden", so Projektleiter Christian Brickmann. Darunter falle beispielsweise auch die Erstinformation der Eltern, die auf Wunsch gemeinsam mit einer Sozialarbeiterin erfolgen sollte. Einzelangebote gebe es in der Steiermark bereits, was allerdings fehle, sei eine Institution, die "alle Serviceangebote unter einem Dach" vereine, so Marx.

Vorbild "First Love"-Ambulanz

Modellcharakter für eine entsprechende Beratungs- und Servicestelle habe die österreichweit erste "First Love"-Ambulanz, die bereits 1992 in der Wiener Rudolfsstiftung eingerichtet wurde. Zugangshürden würden dabei so gering wie möglich gehalten: Es wird kein Krankenschein verlangt und die Beratung erfolgt streng vertraulich, auf Wunsch auch anonym.

"Das Ziel, so eine Einrichtung in die Steiermark zu holen, ist ehrgeizig. Deshalb sind wir bemüht, kompetente Partner zu gewinnen, die uns helfen ein sinnvolles Konzept zu erstellen", so Marx. Nun nimmt sich auch ein Team des Studienganges "Sozialarbeit mit Schwerpunkt Sozialmanagement" dieser Idee an und will bis Jahresende ein entsprechendes Konzept erarbeiten. Geht es nach den Vorstellungen der Jugendlichen, sollte die steirische Ambulanz in spätestens zwei Jahren ihre Pforten öffnen. (APA)

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