Walfangkommission fordert neue Jagdmethoden

22. Juli 2004, 17:40
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Schlappe für Japan: IWC schmetterte Wunsch nach hoher Jagdquote ab - Antrag Neuseelands auf weiteres Schutzgebiet abgelehnt

Sorrent - Die Internationale Walfangkommission (IWC) hat sich am Mittwoch für die Einführung neuer Jagdmethoden ausgesprochen. Die Kommission folgte damit einem von zahlreichen Tierschutzorganisationen unterstützten Antrag Neuseelands, in dem die bisher übliche Tötungsweise durch Sprengharpunen als grausam kritisiert worden war. Umweltschützer begrüßten die Entscheidung. "Das ist ein echter Sieg für das Wohlbefinden der Wale", sagte Peter Davies vom Verband Whalewatch. Die Resolution wurde mit 29 zu 22 Stimmen verabschiedet.

In dem Text werden die gegenwärtig angewandten Jagdmethoden kritisiert, weil sie "einen Tod ohne Schmerzen und Stress nicht garantieren". Auch die Kritik von Tierschützern, dass dies besser überprüft werden müsse, wurde von der Kommission aufgegriffen. Bislang könne nicht eindeutig festgestellt werden, wann ein Wal tot sei oder zumindest keinen Schmerz mehr empfinde.

Jäger: Tier leidet nicht

Walfänger hatten diese Kritik zurückgewiesen und erklärt, die Sprengharpunen seien sehr effektiv. Wenn das Tier dadurch nicht sofort getötet werde, was meistens der Fall sei, dann sei es bewusstlos und leide deswegen nicht, sagte Rune Frovik von Allianz des Hohen Nordens, einer Walfängerorganisation mit Mitgliedern aus Norwegen, Kanada, Island und anderen Ländern.

Der kommerzielle Walfang ist schon seit 1986 verboten, aber besonders Japan betreibt einen umfangreichen Walfang, der mit wissenschaftlichen Interessen begründet wird. Japan will auch den kommerziellen Walfang wieder aufnehmen. Das dies von der IWC gebilligt wird, ist aber unwahrscheinlich, da dafür eine Dreiviertelmehrheit notwendig ist.

Wie festgefahren die Fronten sind, zeigten am Mittwoch zwei Abstimmungen zu Walschutzgebieten. Der Antrag Neuseelands zur Einrichtung eines weiteren Schutzgebiets scheiterte bei 26 Ja- und 21 Neinstimmen. Der Antrag Japans zur Auflösung des bestehenden Schutzgebiets in der Antarktis wurde mit 19 Ja- und 30 Neinstimmen abgelehnt. (Apa)

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