Eltern unterschätzen die Gefahren des Internets

29. Juli 2004, 13:23
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57 Prozent der Jugendlichen mit Pornos konfrontiert

Großbritanniens Eltern unterschätzen die Risiken des Internets, berichtet BBC News Online . Eine Studie der Londoner School of Economics and Political Science LSE behauptet, dass 57 Prozent der Neun- bis 19-Jährigen bereits mit Internet-Pornographie konfrontiert wurden, der Großteil ungewollt durch Spams und Pup-Ups. Im Gegensatz dazu rechnen nur 16 Prozent der Eltern damit, dass ihre Kinder schon einmal Pornos im Internet gesehen haben. Jugendliche und Kinder wissen über den tatsächlichen Zustand der Netzsicherheit besser Bescheid als ihre Eltern. Ein möglicher Grund dafür sei die positive Meinung der Eltern über das Internet, meint Sonia Livingstone, Professorin der LSE. "Sie scheinen sich der Risiken nicht bewusst zu sein", so Livingstone weiter.

Risiken

Durch die fehlende Kenntnis über mögliche Risiken sind Eltern nicht in der Lage ihr Kinder bei der Internetnutzung zu unterstützen. "Für Kinder ist es schwer herauszufinden was sicher und vertrauenswürdig ist, alleine können sie nicht verantwortungsvoll handeln", kritisiert Livingstone. Obwohl 46 Prozent der britischen Jugendlichen schon persönliche Informationen im Internet bekannt gegeben haben, wissen nur fünf Prozent der Eltern darüber Bescheid. 79 Prozent der Jugendlichen, die das Internet von Zuhause aus benützen, werden in keiner Weise kontrolliert oder beaufsichtigt.

Zugang zum Internet

Immer mehr Jugendliche haben von zuhause aus Zugang zum Internet, zurzeit sind es 75 Prozent. In vielen Haushalten befindet sich mehr als ein PC und jeder Fünfte Neun- bis 19-Jährige hat sogar einen Internetzugang in seinem Zimmer. Livingstone schlägt vor ein Internetportal speziell für Jugendliche einzurichten, das alles von ihnen Benötigte anbietet. Auch Provider sollten ihre Anti-spam Bemühungen verstärken, um nicht jugendfreie Inhalte von Kindern und Teenagern fernzuhalten. Ein verbessertes Wissen der Eltern über die Gefahren des Internets und die Auseinandersetzung mit möglichen Problemen, ist allerdings das Hauptanliegen des Berichtes. (pte)

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