Fischer wirbt in Indien für Zuwanderung von IT-Experten

29. Juli 2004, 13:17
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Deutscher Außenminister für Intensivierung der Wirtschaftsbeziehungen

Der deutsche Außenminister Joschka Fischer (Grüne) hat indische Computerexperten zur Arbeit in Deutschland aufgerufen. Das neue Zuwanderungsgesetz werde die "Probleme der Vergangenheit reduzieren", sagte Fischer am Mittwoch vor der Deutsch-Indischen Handelskammer in der Hafenstadt Bombay. Zugleich forderte er indische Unternehmen zu Investitionen in Deutschland auf.

Hürden bei der Visa-Vergabe

Er reagierte damit auf Klagen indischer Geschäftsleute über bürokratische Hürden wie die Visa-Vergabe in Deutschland. Die Bundesrepublik biete mit ihrer Infrastruktur und ihrer Lage im Herzen Europas ausländischen Firmen "exzellente Bedingungen", betonte Fischer. Ein indischer Software-Unternehmer hatte zuvor beklagt, es sei "leichter als Terrorist oder Asylbewerber nach Deutschland zu kommen als als Informationstechnologie-Experte".

Zum Zuwanderungskompromiss zwischen der rot-grünen Bundesregierung und der Opposition sagte Fischer: "Ich persönlich wäre ambitionierter bei der Öffnung des Arbeitsmarktes gewesen." Das Zuwanderungsgesetz, das am 1. Januar 2004, in Kraft tritt, sei aber ein Kompromiss und "flexibel genug für künftige Änderungen".

greencard

Mit Blick auf Greencard-System, das die Arbeit und den Aufenthalt von IT-Experten aus Nicht-EU-Ländern in Deutschland regelt, sagte Fischer, es sei wichtig gewesen, dies einzuführen. Zwischen August 2000 und August 2003 hat die Bundesregierung rund 15.000 Greencards für ausländische Fachkräfte ausgegeben, davon rund 4000 für Inder. Sie waren damit die größte Gruppe der Greencard-Halter. Das Limit von 20.000 Greencards wurde nicht ausgeschöpft.

Fischer rief zugleich dazu auf, die Wirtschaftsbeziehungen mit Indien zu intensivieren. "Der indische Markt öffnet riesige Möglichkeiten", sagte er. Im Herbst plant Bundeskanzler Gerhard Schröder mit einer großen Wirtschaftsdelegation eine Reise nach Indien.

Fischer befindet sich mit einer Delegation mittelständischer Unternehmer auf einer Asienreise durch fünf Länder. Letzte Station ist am Donnerstag und Freitag Pakistan. Fischer trifft dort unter anderem Präsident General Pervez Musharraf. (APA/dpa)

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