"Wir wollen nicht zu einer Abspielstätte verkommen"

27. Juli 2004, 20:40
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Künftig weniger Konzerte vor dem Schloss Schönbrunn - Zwei Mieter beschwerten sich über den "Lärm"

Wien - Damit es die Anrainer aus den umliegenden Bezirken nicht noch öfter wegen des Lärms "aus den Betten haut", wird es in Schönbrunn künftig weniger Konzerte geben. Das kündigen die Geschäftsführer der Schloss Schönbrunn Betriebsgesellschaft, Franz Sattlecker und Wolfgang Kippes an.

Bis zu vier Konzerte pro Woche gibt es heuer im Ehrenhof - und das in voller Lautstärke, dass selbst Sattlecker das manchmal als "jenseitig" empfindet. David Bowie vor dem Schloss und Fotos davon in der internationalen Presse zu haben, das sei unschätzbar fürs Image, aber wenn man zur "Abspielstätte" verkomme, dann sei das kontraproduktiv. Daher - weniger Konzerte, an denen die Betriebsgesellschaft jedesmal zwischen 60.000 und 70.000 Euro verdient.

Kippes und Sattlecker sind mit dem heurigen und dem abgelaufenen Jahr sehr zufrieden. Beim Jahr 2003 hadern die beiden mit dem Umstand, dass sie den bisher zweithöchsten Gewinn seit Ausgliederung der Gesellschaft aus der Bundesverwaltung (1993) an das Finanzministerium abliefern mussten. 1,3 Millionen Euro hat also der Finanzminister mehr im Säckel. Der Grund für den hohen Gewinn: Weil das Vorjahr sich besucherzahlenmäßig schlecht entwickelte, habe man die Investitionen gedrosselt. Erst ab September sei das Geschäft wieder gut gegangen, da war es aber vor dem herannahenden Winter schon zu spät, große Sanierungen einzuleiten und dafür das Geld zu verwenden.

1,756 Millionen Besucher fuhren 2003 nach Schönbrunn, durchschnittlich lässt jeder Gast 11 Euro da. Trotz des Regenwetters im heurigen Sommers wird erwartet, dass 2004 "hervorragend verlaufen wird". Ein Plus von 20 Prozent mehr Besucher zeichnet sich für das Schloss schon jetzt ab. Für die Hofburg, die ebenfalls zur Betriebsgesellschaft gehört, sind sogar 30 Prozent mehr Besucher zu erwarten. Grund dafür ist das kürzlich eröffnete Sisi-Museum.

Pläne für Sanierung

In den kommenden Jahren wird die Fassade rundumerneuert (Kosten: 20 Millionen Euro). Bereits jetzt ist die Südseite des Schlosses eingerüstet, sie wird nächstes Jahr fertig gestellt. Ab Herbst 2006 wird die Große Galerie restauriert, noch heuer beginnt die Restaurierung des Zeremoniensaales und Sprinkleranlagen werden eingebaut. Der Obeliskbrunnen ist bereits in Arbeit. In der Hofburg werden die Wohnräume von Kaiser Franz Joseph hergerichtet, "damit dieser nicht so sehr in den Schatten seiner Frau Sisi gerät". (aw/DER STANDARD, Printausgabe, 24./25.7.2004)

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    Aber nicht zu laut wiehern!

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