Concorde-Unglück bei Paris geklärt: Reifenplatzer war Ursache

22. Juli 2004, 21:32
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Als die Maschine über ein Titan-Austauschteil gerollt war, platzte einer der Reifen - 113 Todesopfer starben bei der Katastrophe vor vier Jahren

Paris - Vier Jahre nach dem Absturz einer Concorde bei Paris steht die Ursache der Katastrophe mit 113 Todesopfern fest. Der direkte Auslöser sei ein Austauschteil aus Titan auf der Startbahn gewesen, berichtete die Staatsanwaltschaft am Dienstagabend. Die 43 Zentimeter lange Lamelle stammte von einer am 25. Juli 2000 kurz vor der Concorde gestarteten DC-10 der US-Fluggesellschaft Continental Airlines. Das Originalteil der DC-10 war im texanischen Houston gegen die Lamelle getauscht worden.

Reifenplatzer

Untersuchungen und Tests haben nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Pontoise bei Paris ergeben, dass das Originalmetall der DC-10- Lamelle keine Concorde-Reifen zum Platzen gebracht hätte. Nachdem die Concorde über das Austauschteil gerollt war, platzte einer der Reifen. Teile davon trafen dann eine Tragfläche mit einem eingelagerten Tank, der daraufhin zerbarst. Das auslaufende Kerosin geriet in Brand mit den verheerenden Folgen. Unter den Opfern waren 97 Deutsche.

Ketenreaktion

Der Schlussbericht des französischen Untersuchungsamtes für Flugunfälle (BEA) hatte im Jahr 2001 eine fatale Kettenreaktion als Ursache des Unglücks bestätigt. Das Amt machte bereits wesentlich die Lamelle der DC-10 verantwortlich.

Die französischen Ermittler wollen noch erfahren, warum ein Teil mit einer anderen Legierung eingesetzt wurde und ob dies den Vorschriften entsprach. Nach unbestätigten Berichten soll Titan im Wartungsbuch der DC-10 nicht für eine solche Lamelle vorgesehen sein. Die weiteren Nachforschungen könnten nach den Angaben die Grundlage für offizielle Ermittlungsverfahren zur Concorde-Katastrophe werden. (APA)

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