Verbund: Deutliche Zuwächse im Halbjahr

21. Juli 2004, 20:30
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Steigende Strom-Großhandelspreise und Auslandsgeschäft ließen Umsatz um 22 Prozent wachsen

Wien - Die Verbundgesellschaft hat im Halbjahr ihr Konzernergebnis deutlich verbessert. Unter dem Strich konnte das börsenotierte Wiener Unternehmen in den ersten sechs Monaten 2004 einen Gewinn einfahren, der mit 145,3 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr um 15,0 Prozent höher lag. Profitiert hat der Verbund vor allem von steigenden Großhandelspreisen und der Ausweitung seines Stromvertriebs im Ausland. Dadurch wuchsen die Umsatzerlöse um 22,0 Prozent auf 1,465 Mrd. Euro. Die Österreichische Stromlösung befindet sich indes in der Zielgeraden, der operative Start soll wie angekündigt am 1. Oktober erfolgen.

Höhere Beteiligungserträge

Auf Basis des starken Umsatzanstiegs und der in den vergangenen Jahren abgeschlankten Kostenstruktur des Unternehmens legte der operative Gewinn (Ebit) in der ersten Hälfte 2004 um 19,2 Prozent auf 191,3 Mio. Euro zu. Dass das Konzernergebnis bis Juni um mehr als ein Sechstel stieg, begründet der Verbund mit der weiteren Schuldentilgung aus dem Cash Flow und wesentlich höheren Beteiligungserträgen. So wurde das Net-Gearing von 183,0 auf 151,1 Prozent gesenkt und der operative Cash Flow um 3,7 Prozent auf 259,5 Mio. Euro angehoben.

Wie der Verbund am Mittwoch in den Unterlagen zu seiner Halbjahrespressekonferenz berichtete, habe sich das europäische Marktumfeld äußerst vorteilhaft für das Unternehmen entwickelt. Sinkende Reservekapazitäten in der Stromerzeugung, steigende Brennstoffkosten sowie die Kosten für Klimaschutzmaßnahmen seien dafür verantwortlich gewesen, dass die Großhandelspreise für Strom ständigem Aufwärtsdruck ausgesetzt sind.

Nach Einschätzung des Verbund sollte sich dieser Trend langfristig fortsetzen. Denn die Vollkosten für den Neubau von Kraftwerken seien durch das aktuelle Preisniveau noch nicht gedeckt, wie es hieß. Als Wasserkrafterzeuger und Großhändler mit starker Marktstellung in Österreich sowie mit Absatzstrukturen in benachbarten europäischen Strommärkten (vor allem in Italien, Deutschland, Slowenien) sieht sich der Verbund "sehr stark" von dieser Entwicklung profitieren.

Synergien durhc Österreichische Stromlösung

Vor ihrer Umsetzung steht die Österreichische Stromlösung, der Zusammenschluss von Stromhandel und Großkundenvertrieb des Verbund und der Partnerfirmen der EnergieAllianz (EVN, Wien Energie, Energie AG Oberösterreich, Linz AG und Bewag). Der operative Start ist für den 1. Oktober geplant. Ab diesem Zeitpunkt erwartet der Verbund Synergien von 40 Mio. Euro pro Jahr, anteilig auch schon für 2004. Mit dem Verkauf der Verbund-Vertriebstochter APC an die slowenische Istrabenz wurde eine wesentliche Auflage der EU-Kartellbehörden erfüllt. Die kartellrechtliche Genehmigung erfolgte am 8. Juli.

Seine Italien-Aktivitäten hat der Verbund zuletzt weiter ausgebaut: Im zweiten Quartal wurde über eine Kapitalerhöhung von 150 Mio. Euro der Anteil am italienischen Joint-Venture Energia auf 37,5 Prozent aufgestockt. Italien gilt für die Verbundgesellschaft als einer der attraktivsten Strommärkte in Europa, das Preisniveau liege dort beträchtlich über dem anderer europäischer Länder. Der Verbund erwartet sich nach Errichtung neuer Kraftwerke und nach der Umsetzung des "Repowerings" bestehender Anlagen in Italien erhebliche Dividenden-Rückflüsse und Ergebnisbeiträge ab 2007. (APA)

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