900. US-Soldat bei Anschlag getötet

22. Juli 2004, 20:48
48 Postings

Irak macht Nachbarländer für Gewalt verantwortlich - Drei Tote bei Autobomben-Explosion in Hochburg von Saddam Hussein-Anhängern Ramadi

Bagdad/Kairo/Ramadi - Die Serie der Angriffe und tödlichen Anschläge auf US-Truppen und einheimische Sicherheitskräfte im Irak reißt nicht ab. Die Sicherheitslage ist nach Einschätzung der US-Regierung auch nach der formalen Machtübergabe an die Übergangsregierung unter Premier Iyad Allawi prekär. "Die Sicherheitsrisiken für alle amerikanischen Bürger im Irak bleiben extrem hoch, es besteht ein hohes Risiko von Angriffen auf Zivilisten", heißt es in einer Erklärung des Außenministeriums in Washington. Jeden Tag gebe es Angriffe auf die multinationalen Streitkräfte, teilte das Außenministerium mit.

Ein US-Soldat bei Bombenexplosion nördlich von Bagdad getötet

Bei einer Bombenexplosion an einer Straße nördlich von Bagdad ist am Mittwoch ein amerikanischer Soldat getötet worden. Nach US-Angaben war er das 900. Opfer aus den Reihen der amerikanischen Streitkräfte seit Kriegsbeginn im März 2003. Sechs weitere Soldaten wurden bei dem Anschlag auf eine Patrouille verletzt. Die Bombe habe einen Schützenpanzer weitgehend zerstört. Auch eine irakische Polizeipatrouille wurde in der Nacht auf Mittwoch Ziel eines Anschlags. Die Explosion einer Bombe in der nordirakischen Stadt Kirkuk riss einen Polizisten in den Tod und verletzte einen zweiten, wie ein Sprecher mitteilte.

Drei Tote bei Autobomben-Explosion in Ramadi

Bei der Explosion eines mit Sprengstoff präparierten Autos in der irakischen Stadt Ramadi sind am Mittwoch mindestens drei Menschen getötet worden. Drei Brüder seien ums Leben gekommen, sagte ein Krankenhausarzt in der hundert Kilometer westlich von Bagdad gelegenen Sunnitenhochburg. Einem Polizisten zufolge detonierte das Auto in der Nähe eines Kinderkrankenhauses im Zentrum der Stadt. Nach Angaben eines weiteren Polizisten ereignete sich der Vorfall, als die drei Brüder an dem Auto vorbeikamen.

Ramadi ist die Hauptstadt der Provinz Anbar. Sie gilt als Hochburg von Anhängern des gestürzten Staatschefs Saddam Hussein und ist häufig Schauplatz von Anschlägen auf die US-Armee sowie auf Iraker, die mit den USA zusammenarbeiten. Erst in der in der Nacht auf Dienstag hatten Unbekannte nahe Ramadi auf der Fernstraße zwischen Bagdad und der jordanischen Hauptstadt Amman einen irakischen Polizisten getötet.

Angriff auf Hauptquartier der dänischen Truppen

Das Hauptquartier der dänischen Truppen ist am frühen Mittwochmorgen von unbekannten Angreifern mit Raketen beschossen worden. Bei dem Angriff wurde niemand verletzt, wie ein Sprecher der dänischen Armee in Kopenhagen sagte. Bereits am Montagabend seien zwei Raketen auf das Hauptquartier Camp Eden abgefeuert worden. Bei diesem Angriff habe es nur leichte Sachschäden gegeben. Rund 500 dänische Soldaten sind unter britischem Kommando in der Region von Basra im Einsatz.

Autobombe in Bagdad

Bei einem Autobombenanschlag sind am Mittwoch in einem Wohnviertel im Süden Bagdads nach Polizeiangaben vier Menschen getötet worden. "Wir wissen, dass es sich um eine Autobombe handelte, aber wir haben keine Ahnung, ob es ein Selbstmordattentat war oder nicht", sagte ein Polizist in der irakischen Hauptstadt. Unklar blieb zunächst, ob die Bombe vorzeitig oder gezielt in dem Wohnviertel gezündet wurde.

Irak und Nachbarn beraten in Kairo über Grenzsicherung

Die Außenminister der Nachbarstaaten des Irak haben sich am Mittwoch in Kairo zum ersten Mal seit der formalen Machtübergabe getroffen, um über den Wiederaufbau des zerstörten Landes zu sprechen. Bagdad wirft vor allem Syrien und dem Iran vor, sie verhinderten nicht das Eindringen von Terroristen in den Irak. An der Konferenz nahm neben den direkten Nachbarstaaten und dem Irak selbst auch Ägypten teil. Premier Allawi soll am Donnerstag erstmals von Präsident Hosni Mubarak empfangen werden.

Irak wirft Iran "eklatante Einmischungen" vor

Der irakische Verteidigungsminister Scheich Hazim al Shaalan warf am Dienstag insbesondere dem Iran "eklatante Einmischungen" vor. "Wir sind darauf vorbereitet, den Schauplatz der Angriffe auf die Ehre und die Rechte des Irak in diese Länder zu verlagern", warnte Shaalan in einem Interview mit der in London herausgegebenen arabischen Zeitung "Asharq al Awsat". Der Iran habe die Anwesenheit von Agenten im Irak bestätigt. Diese hätten den Auftrag, die soziale und politische Lage im Irak zu destabilisieren. "Die iranische Einmischung ist gewaltig und seit der Wiedererrichtung des irakischen Staates beispiellos", sagte Shaalan. (APA/AP)

Share if you care.