Außenminister bittet Nachbarstaaten um Hilfe

21. Juli 2004, 16:32
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Hoshyar Zebari: Solidaritätsbekundungen sind nicht genug

Kairo - Der irakische Außenminister Hoshyar Zebari hat die Nachbarstaaten aufgerufen, einen aktiven Beitrag zur Stabilisierung der Lage im Irak zu leisten. Die Anrainer des Irak sollten dem Geschehen jenseits ihrer Grenzen nicht gleichgültig gegenüber stehen, da sich eine Verschlechterung der Lage in seinem Land auf die gesamte Region auswirke, mahnte Zebari am Dienstag bei seiner Ankunft in Kairo, wo er am Mittwoch an einer Außenministerkonferenz der irakischen Nachbarstaaten Türkei, Jordanien, Saudiarabien, Kuwait und Syrien teilnimmt. Seine Regierung erwarte, dass die Nachbarn ihre bisherigen Solidaritätsbekundungen mit dem irakischen Volk in konkrete Taten umsetzen werden.

Bei einem Treffen mit seinem ägyptischen Kollegen Ahmed Abu el-Gheith sprach Zebari nach eigenen Angaben auch die Möglichkeit an, an Stelle der derzeitigen US-geführten multinationalen Truppen Einheiten aus arabischen Staaten künftig über die Sicherheit des Irak wachen zu lassen. Über die Reaktion Gheiths äußerte er sich nicht. Kairo steht einer Entsendung ägyptischer Soldaten in den Irak bisher ablehnend gegenüber.

Zebari regte weiter an, sich auf der Ministerkonferenz am Mittwoch auf "Regeln der gutnachbarschaftlichen Beziehungen" zu einigen. Schon jetzt lege sein Land Wert darauf, die "Interessen der Anrainer nicht zu verletzen, vor allem aber ihre nationale Sicherheit nicht zu bedrohen". Der Minister appellierte an die anderen Staaten, mit der neuen Übergangsregierung in Bagdad zusammenzuarbeiten, um ein weiteres Einsickern ausländischer Kämpfer über ihre Grenzen auf irakisches Gebiet zu verhindern. (APA)

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