Chronologie: Kurt Krenn, ein Umstrittener

2. September 2004, 18:47
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Kurt Krenn wird am 28. Juni 1936 in Rannariedl (OÖ) als zweites von sechs Kindern geboren ...

1936: Kurt Krenn wird am 28. Juni 1936 in Rannariedl (OÖ) als zweites von sechs Kindern geboren. Seine Eltern traten während der NS-Zeit aus der Kirche aus. Karl Krenn, Vater des Bischofs, fiel am 6. August 1944.

1954: Krenn tritt in das Linzer Priesterseminar ein und wird im Jahr darauf nach Rom gesandt, wo er Philosophie und Theologie studierte. Es folgen verschiedene Lehrtätigkeiten in Linz, Regensburg, Eichstätt und Parma.

1987: Trotz Protesten gegen den konservativen Theologen wird Krenn in Wien zum Weihbischof ernannt. Demonstranten versperren ihm den Zugang zum Stephansdom, andere verlassen mit zugeklebtem Mund die Kirche.

1991: Krenn wird Nachfolger von Franz Zak als Bischof von St. Pölten. Am Tag vor seiner Amtseinführung protestieren 3000 Gläubige gegen ihren neuen Bischof.

1995: Am Höhepunkt der Causa Groer profiliert sich Krenn als einer der eifrigsten Verteidiger des Kardinals: "Ich werde Groer meine Unterstützung nie versagen." Zum Abschluss des Kirchenvolksbegehren meint Krenn: "Unser Volk hat schon einmal in sehr großer Mehrheit geirrt." Einen Vergleich mit der "Volksabstimmung" beim Anschluss 1938 will er damit aber nicht gezogen haben.

1998: Krenn verfügt die Absetzung von Pater Udo Fischer. Für den Verbleib Fischers als Pfarrer von Paudorf werden mehr als 170.000 Unterschriften gesammelt. In einer Erklärung bekunden die Bischöfe Weber, Schönborn, Eder und Kapellari ihre "moralische Gewissheit", dass die Vorwürfe gegen Groer "im Wesentlichen" zutreffen. Die Reaktion des Bischofs: "Die Lügner sollen das Maul halten."

1999: Jörg Haider lobt Krenn als "Gottes wackeren Kugelblitz".

2002: Krenns Äußerungen zum Islam, es handle sich um "eine aggressive Religion" lösen heftige Proteste aus. Krenn warnt außerdem vor "einer dritten Türkenbelagerung".

2003: Im November wird von der Polizei ein Computer im Priesterseminar St. Pölten beschlagnahmt. (kpf/DER STANDARD; Printausgabe, 21.7.2004)

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