Ein Monat am Puls

16. Februar 2005, 12:43
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Am 21. Juni startete das Wiener Stadtfernsehen offiziell - Eine Reportage über den Alltag der "rasenden VideoreporterInnen"

Vor einem Monat startete das Wiener Stadtfernsehen Puls TV seinen Sendebetrieb. Grund genug um den Alltag der "rasenden VideoreporterInnen" genauer zu beleuchten. Wie sieht es aus, das Daily Business der RedakteurInnen in Österreichs jüngstem Fernsehsender? Eine Reportage von Sonja Moser.

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Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln rücken die ReporterInnen von Puls TV täglich gegen elf Uhr aus, um tagesaktuelle, für Wien relevante Themen vor Ort zu erfassen. Ausgerüstet mit Kamera, Mikrofon, Stativ und Laptop macht sich auch Kornelia Kosak auf den Weg zu ihrem heutigen Drehort am Südbahnhof. "Meist lassen sich die Leute gerne interviewen und erzählen dabei auch oft ihre Sorgen und Nöte", erzählt die 32-Jährige. Manchmal hat sie bei ihren Einsätzen allerdings auch mit den kleinen Anfangsschwierigkeiten des noch jungen Senders zu kämpfen.

"Ahh, Plus TV!"

"Von wo sind Sie, wo kann ich mir das dann anschauen?", will eine ältere Dame wissen, die gerade ein Interview zum Thema "neuer Zentralbahnhof" gegeben hat. Die Antwort "Puls TV" akzeptiert sie, wie die meisten WienerInnen, nicht ohne nachzuhaken. "Ahh, Plus TV, ATVplus, gell!? Das kenn' ich!" Auch Fragen wie "sehe ich mich dann in 'Willkommen Österreich'", können die geduldige Journalistin nicht mehr aus der Ruhe bringen. Bereitwillig und freundlich erklärt Kornela Kosek zum x-ten Mal an diesem Tag, dass sie ihre Beiträge weder für den ORF, noch für ATVplus aufnimmt, sondern für das neue Wiener Stadtfernsehen "Puls TV". Auch technische Auskünfte, zum Beispiel wie man den neuen Sender am privaten Fernsehgerät einstelle, gibt die 32-Jährige mittlerweile souverän.

"In punkto Drehgenehmigungen und prominente Interviewpartner, ist es weitaus weniger schwierig", berichten Kornelia und ihre KollegInnen. In den Presseabteilungen und Parteizentralen erfreut sich der neue Sender bereits eines hohen Bekanntheitsgrades und es ist selten ein Problem, Interviews mit Politikern zu bekommen.

Alles in einer Person

Wo andere Fernsehsender mit Kamerateams und Übertragunswägen anrücken, liefert die Kornelia Kosak in ihrer täglichen Arbeit eine beachtliche "One-Woman-Show". Sie ist Kamerafrau, Interviewerin, Redakteurin, Sprecherin, Texterin, Cutterin und Regisseurin in einer Person. Gekonnt werden dem Sandwichverkäufer und der Trafikantin Anweisungen wie "die Tomaten ein bisschen schwungvoller in die Schüssel legen" oder "die Zigarettenpackchen etwas höher ins Regal schlichten" gegeben, um die Interviewpartner richtig in Szene zu setzen. Während Kornelia filmt, muss sie sich ihre nächste Frage überlegen, um das Gespräch in die richtige Richtung zu lenken, dabei die Kamera richtig halten, auf die Verständlichkeit ihrer Sprache achten und sich um die Tontechnik kümmern. Wieder in der Puls-Zentrale angekommen, wird der Beitrag selbst geschnitten und besprochen. Nach einem letzten prüfenden Blick des diensthabenden Producers gehen gegen 16 Uhr die "Endfassungen" auf Sendung.

  • Kornelia Kosak ist eine Puls-Mitarbeiterin der ersten Stunde. Gemeinsam mit 1500 anderen Interessierten hat sie sich im Frühjahr dieses Jahres auf ein Zeitungsinserat gemeldet und ist seither ein fixes Mitglied der jungen und engagierten Truppe rund um Helmut Brandstätter.
    foto: derstandard.at / moser

    Kornelia Kosak ist eine Puls-Mitarbeiterin der ersten Stunde. Gemeinsam mit 1500 anderen Interessierten hat sie sich im Frühjahr dieses Jahres auf ein Zeitungsinserat gemeldet und ist seither ein fixes Mitglied der jungen und engagierten Truppe rund um Helmut Brandstätter.

  • Mit der U-Bahn ging es zum Südbahnhof, dem Drehort.
    foto: derstandard.at / moser

    Mit der U-Bahn ging es zum Südbahnhof, dem Drehort.

  • Gerne war die Trafikantin am Wiener Südbahnhof bereit, Kornelia Kosak ein Interview zu geben. Die junge Journalistin gab auch Hilfestellung bei der Auffindung der Puls-Frequenz.
    foto: derstandard.at / moser

    Gerne war die Trafikantin am Wiener Südbahnhof bereit, Kornelia Kosak ein Interview zu geben. Die junge Journalistin gab auch Hilfestellung bei der Auffindung der Puls-Frequenz.

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