Heute: Rapid erwartet Wacker

21. Juli 2004, 21:30
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Emotionen bei Matters­burg vs. Austria sicher - GAK will gegen Salzburg Fehlstart wettmachen - Admira-Debüt von Nenad Bjelica

Wien - In der zweiten Runde der Fußball-T-Mobile Bundesliga stehen am Mittwoch zwei Partien im besonderen Blickfeld. Rekordmeister und Tabellenführer Rapid empfängt Aufsteiger Wacker Tirol, der zum Auftakt sensationell den GAK besiegt hat. Emotionen garantiert sind im Duell Mattersburg - Austria im Pappelstadion, wo die Veilchen im Mai den Titel verspielten. Bei Admira - Bregenz gibt der prominente Südstädter Neuzugang Nenad Bjelica seine Premiere, der GAK will daheim gegen Salzburg die ersten Punkte einfahren.

Hickersberger stapelt nicht tief

Mit dem Wacker-"Vorgänger" FC Tirol hatte Rapid zuletzt schlechte Erfahrungen gemacht (die letzten vier Partien gegen den liquidierten Klub gingen allesamt zu Null verloren), doch diesmal soll alles anders werden. "Wir sind Favorit und werden uns dementsprechend verhalten. Wir sind im Hanappi-Stadion dazu verpflichtet, viel zu riskieren", erklärte Trainer Josef Hickersberger, warnte aber auch vor dem Gegner. "Das ist nicht irgendein Aufsteiger, sondern ein Traditionsverein mit vielen Meistertiteln", sagte der ehemalige Teamchef, der selbst von 1978 bis 1980 für den damaligen SSW Innsbruck gespielt hatte.

Danach ging "Hicke" zu den Hütteldorfern, für die er am 25. Mai 1982 sein letztes Bundesliga-Spiel absolvierte - mit dem 5:0-Heimsieg über Innsbruck, wodurch Rapid über den ersten Meistertitel seit 14 Jahren jubeln durfte. Trotz aller positiver Erinnerungen will der 56-Jährige den Tirolern aber keine Geschenke bereiten. "Wir sind gewarnt und mental vorbereitet. Wir stellen uns auf einen harten Kampf ein."

Vor der Einsatzbereitschaft des Aufsteigers hat Hickersberger Respekt. "Die Art und Weise, wie Wacker den GAK bekämpfte, hat uns Anerkennung abverlangt. Wir wissen, dass die Tiroler sehr aggressiv bis an die Grenze des Erlaubten zu Werke gehen", meinte der Rapid-Coach, der in diesem Zusammenhang auf energisches Einschreiten von Schiedsrichter Drabek hofft. Für die Partie (Hickersberger: "Das Schlagerspiel der Runde, weil zwei Sieger aufeinander treffen, da wird sich die Spreu vom Weizen trennen") erwarten die Grün-Weißen bis zu 15.000 Zuschauer.

Während die Grünweißen neben Markus Hiden und Stefan Kulovits auch auf Markus Katzer (Knöchelblessur) verzichten müssen und außerdem um den Einsatz des angeschlagenen Kapitäns Steffen Hofmann bangen, stürmt für die Innsbrucker neben Goalgetter Sammy Koejoe wieder Wolfgang Mair, ein Schlüsselspieler im Konter-Konzept von Trainer Helmut Kraft. Trotz der klaren Außenseiterrolle rechnen sich die Tiroler auch im "Sankt Hanappi" einiges aus. "Wir gehen auf einen Punkt los", so Kraft, der auf eine Unterschätzung seiner Elf durch den Gegner hofft. "Nach dem 5:1 in Bregenz glaubt Rapid vielleicht, dass es auch gegen uns einfach wird."

Veilchen unter den Pappeln

Diesen Fehler begeht die Austria in Mattersburg wohl nicht mehr, denn spätestens seit dem 1:4 in der vorletzten Runde der vergangenen Saison am 15. Mai und der damit verspielten Titelverteidigung wissen die "Veilchen", welch heißes Pflaster das Pappelstadion sein kann. Revanchegelüste hegt Teammanager Günter Kronsteiner dennoch nicht. "Natürlich habe ich mich damals maßlos geärgert, aber das ist alles Vergangenheit. Wir blicken nach vorn und nehmen jedes Spiel so, wie es ist", erklärte der Steirer, der die erst kürzlich verpflichteten Antonsson und Vachousek wohl nicht von Beginn an bringen wird.

Sollte Afolabi nicht rechtzeitig fit werden, dürften in der violetten Innenverteidigung wieder die beiden Neo-Austrianer Kiesenebner und Papac beginnen - für Mattersburg-Betreuer Muhsin Ertugral der Schlüssel zu einer möglichen Überraschung. "Vielleicht ist die Austria dadurch in der Abwehr noch nicht richtig eingespielt", hofft der Türke, der gleichzeitig vor Austrias starken Außenspielern Sionko und Janocko warnte.

Ertugral prophezeit ein spannendes Match. "Es werden sich sehr viele Schlagabtäusche ergeben, weil beide Mannschaften den Weg nach vorne suchen", so der SVM-Coach, der sich nach dem Disput beim 1:3 auswärts gegen Sturm nach eigenen Angaben mit Kapitän Didi Kühbauer wieder ausgesöhnt hat. "Mir ist es lieber, es kracht einmal ordentlich und dann ist wieder alles in Ordnung."

GAK in Graz gegen Salzburg

So wie Mattersburg hat auch der GAK einen Fehlstart hingelegt, der nun mit einem Heimsieg gegen Salzburg korrigiert werden soll. "Wir müssen in allen Belangen 100 Prozent geben und zu unseren alten Tugenden Herz, Leidenschaft und Taktik zurückfinden", forderte Trainer Walter Schachner, dessen Elf alle vier Spiele der vergangenen Saison gegen die Mozartstädter gewonnen hatte. Sein Widerpart Peter Assion wäre in Graz mit einem Punkt zufrieden, auf ein 0:0 will der Deutsche aber dennoch nicht spielen. "Wir dürfen unser Heil nicht nur in der Defensive suchen, sonst kommen wir unter die Räder."

Punktelose in der Südstadt

In der Südstadt steht ein Duell zwischen zwei noch punktlosen Klubs auf dem Programm. "Wir spielen zu Hause, also müssen wir die Akzente setzen. Bregenz ist nicht so schlecht wie das Resultat gegen Rapid vermuten lässt", meinte Admira-Betreuer Bernd Krauss. Der Deutsche lässt nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Iwan (Kreuzbandriss) Neuzugang Bjelica auf dessen Position debütieren.

Im Lager der Bregenzer werden noch die Wunden von der 1:5-Heimschlappe gegen Rapid geleckt. "Jetzt umzustellen bringt nichts, wir müssen eben schauen, dass wir uns so schnell wie möglich einspielen. Im Moment ist es schwierig, denn wir müssen aufpassen, nicht gleich den Anschluss zu verlieren", gab Trainer Regi van Acker zu.(APA)

  • Hickersberger hofft auf einen Rapid-Sieg.

    Hickersberger hofft auf einen Rapid-Sieg.

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