Nordirland: Noch mehr als 12.000 britische Soldaten stationiert

21. Juli 2004, 18:48
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Trotz deutlicher Reduktion der Militärpräsenz - Sicherheitslage in manchen Gebieten sehr angespannt

Belfast - Großbritannien hat seine Militärpräsenz in Nordirland nach Angaben einer unabhängigen Kontrollkommission in den vergangenen Jahren deutlich reduziert. Allerdings sei das im Karfreitagsabkommen vor fünf Jahren festgelegte Ziel noch lange nicht erreicht, teilte die Kommission am Dienstag mit. Damals hatte London angekündigt, die Zahl seiner Soldaten von fast 15.000 auf 5.000 zu senken und 18 von 32 Stützpunkten aufzugeben. Dem Kommissionsbericht zufolge sind jedoch noch 12.658 Briten in 24 Kasernen in Nordirland stationiert.

Das Problem des Truppenabzugs hat die Umsetzung des Karfreitagsabkommens immer wieder verzögert. Während die irischen Katholiken auf eine zügigere und umfassendere Demobilisierung pochen, möchte die protestantische Mehrheit am liebsten alle britischen Soldaten in der Provinz behalten. Die vier Kommissionsmitglieder stellten in ihrem Bericht fest, dass die Sicherheitslage in manchen Gebieten auf Grund der zahlreichen Untergrundgruppen noch sehr angespannt sei und die örtliche Polizei ohne Unterstützung der britischen Streitkräfte kaum für Ruhe und Ordnung sorgen könnte.

Der britische Minister für Sicherheit in Nordirland, Ian Pearson, kündigte an, ein weiterer Truppenabzug werde von der Sicherheitslage abhängig gemacht. Entscheidend sei auch, ob die Bevölkerung und die Gemeinden die örtliche Polizei unterstützten und respektierten. "Der Tag, an dem wir ein normales Sicherheitsarrangement in Nordirland haben, kann nicht früh genug kommen", fügte er hinzu. (APA/AP)

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