Gegner des Walfangs werfen Japan Bestechung vor

20. Juli 2004, 19:10
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Heftige Debatten bei Tagung der Walfangkommission

Sorrent - Bei der Tagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) in Italien haben Gegner des Walfangs Japan korrupte Machenschaften zur Durchsetzung seiner Handelsinteressen vorgeworfen. Der IWC-Vorsitzende Roland Schmitten versuchte bei der Kommissionstagung in Sorrent am Dienstag, in Gesprächen mit beiden Seiten die Wogen zu glätten. Der Internationale Tierschutz-Fonds (IFAW) hatte erklärt, Japan besteche Mitgliedsländer der IWC mit der Aussicht auf Entwicklungsgelder, um deren Unterstützung für eine Wiederaufnahme des kommerziellen Walfangs zu erlangen.

Da Japan nicht mit Argumenten überzeugen könne, "zieht es die Überzeugungskraft des Geldes vor", erklärte der IFAW. Dabei wende Tokio sich vor allem an neue Kommissionsmitglieder aus Afrika, der Karibik oder dem Südpazifik. Die regierungsunabhängige Organisation nannte als Beispiele die Länder Mauretanien, Elfenbeinküste, Surinam oder auch Tuvalu. Delegierte der betroffenen Nationen forderten vom IWC-Vorsitzenden empört den Ausschluss der IFAW-Vertreter von der 56. IWC-Tagung.

Japan, zusammen mit Norwegen die größte Walfangnation, dringt seit Jahren auf eine Wiederaufnahme des kommerziellen Walfangs. Sollte das seit 1986 geltende Moratorium nicht aufgehoben werde, droht die japanische Delegation, die IWC zu verlassen und eine eigene Organisation zu gründen. Unter anderem will Japan einen Plan für die Wiederaufnahme der kommerziellen Jagd nach Zwergwalen noch in diesem Jahr in der Antarktis vorlegen. Zur Annahme dieses Vorschlages wäre allerdings eine Dreiviertelmehrheit der 57 IWC-Staaten erforderlich. (Apa)

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