Broukal: Platters Nein ist schlichtweg skandalös

21. Juli 2004, 11:50
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SPÖ-Mandatar fordert Benennung eines Innenhofs der Rossauer Kaserne nach dem österreichischen Widerstandskämpfer Bernardis

Wien - SPÖ-Wissenschaftssprecher Josef Broukal bezeichnete am Dienstag das Nein von Verteidigungsminister Günther Platter (V) zu einer Benennung eines Innenhofes der Rossauer Kaserne nach dem aus Österreich stammenden Adjutanten von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, Oberstleutnant Robert Bernardis, als "schlichtweg skandalös". "Die militärische Pflicht verraten, um einer höheren, humanistischen Pflicht zu folgen - diese Erkenntnis war der Antrieb der Attentäter des 20. Juli 1944", so Broukal in einer Aussendung.

"Skandalose Verkündigung an denkwürdigem Tag"

"Es ist schon traurig genug, dass die österreichische Bundesregierung am 60. Jahrestag des couragierten Anschlags auf Adolf Hitler keinerlei offizielle Gedenkveranstaltung abhält." Die Tatsache, dass Verteidigungsminister Platter just an diesem Tag verkünde, der Innenhof der Rossauer-Kaserne werde nicht nach Bernardis benannt, sei jedoch skandalös. Man müsse sich nun die Frage stellen, warum die vom Verteidigungsministerium eingesetzte Denkmalkommission versuche, die Rossauer-Kaserne vor dem Namen Bernardis zu schützen.

"Angemessener symbolischer Akt"

"In der Geschichte gab es immer nur wenige Menschen, die bereit waren, ihre eigene Existenz für den Kampf gegen Tyrannei und Willkür aufs Spiel zu setzen - Oberstleutnant Robert Bernardis und Claus Schenk Graf von Stauffenberg gehörten zu diesen Menschen", betonte Broukal. Es sei das "Mindeste", solchen Personen ein würdiges Andenken zu bewahren. "Die Benennung des Innenhofs der Rossauer Kaserne nach Robert Bernardis wäre ein angemessener symbolischer Akt des offiziellen Österreich, um einem würdigen Gedenken gerecht zu werden", so der SPÖ-Abgeordnete. (Apa)

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