Mobilfunkbetreiber müssen Datendienste verbessern

27. Juli 2004, 13:54
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Mobinet-Studie von A.T. Kearney sieht Handlungsbedarf punkto Sicherheit, Vergebührung und Geschwindigkeit - Große Nachfrage nach Fotonachrichten und Unterhaltungsangebot

Bei mobilen Datendiensten herrscht aktuell weltweit noch "enormer Nachholbedarf" in punkto Sicherheit, Schutz der Privatsphäre, Zugriffszeiten und Preisgestaltung. Dies geht aus der aktuellen Mobinet-Studie hervor, die vom Managementberater A.T. Kearney gemeinsam mit der Cambridge University in 13 Ländern weltweit durchgeführt wurde. Der österreichische Mobilfunkmarkt wurde in der Studie allerdings nicht untersucht.

Einen immer höheren Stellenwert

Datendienste bekämen mit den neuen Multimedia-Handys und Smartphones "einen immer höheren Stellenwert", meint A.T. Kearney. 41 Prozent der befragten 4.500 Handybesitzer wollen der Umfrage zufolge bis zum Ende des nächsten Jahres "regelmäßig und intensiv" mobile Datendienste nutzen, das sind vier Mal so viele wie 2003.

Interesse

Das gesteigerte Interesse an mobilen Datendiensten werde aber erst zu Ertragssteigerungen und profitablem Wachstum führen, wenn "neben absolut sicheren Technologien vor allem verbesserte Verrechnungs- und Business-Modelle" entwickelt werden, heißt es in der Studie. Sonst besteht für die Mobilfunkunternehmen die Gefahr, das Geschäft aus der Hand geben zu müssen. Bei den Klingeltönen haben europäische Mobilfunkbetreiber beispielsweise den milliardenschweren Markt Drittanbietern überlassen.

Als Grund dafür, mobile Datendienste noch nicht regelmäßig und intensiv zu nutzen, gaben 35 Prozent der Befragten zu hohe Nutzungsgebühren und 18 Prozent zu langsame Dienste an. 22 Prozent nannten die Sicherheit und den fehlenden Schutz der Privatsphäre als Hinderungsgrund.

Foto

Die weltweit höchste Nachfrage nach Datendiensten besteht laut Studie bei Fotonachrichten, Unterhaltungsangeboten und Informationsdiensten. Jeder fünfte Mobilfunkkunde besitze bereits ein Kamerahandy, mehr als jeder zweite Nutzer verschicke oder empfange damit mindestens einmal im Monat ein Foto. 21 Prozent würden mobile Musik-Dienste nützen. Das Land mit dem weltweit höchsten mobilen Datenaufkommen ist derzeit Japan, gefolgt von Südkorea und Australien. In Europa liegt Deutschland an der Spitze. Ein starkes Wachstum bei Datendiensten zeige sich vor allem in Asien und bei den unter 25-Jährigen. (APA)

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