Kernproduktion soll verkauft werden

28. Juli 2004, 11:40
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Justizministerium: Yuganskneftegaz-Verkauf wird eingeleitet - Erlös von elf Milliarden Dollar erwartet

Moskau - Der Gerichtsvollzieher soll nach Angaben des russischen Justizministeriums den Unternehmenskern des Ölkonzerns Yukos verkaufen, was den Fortbestand des Unternehmens insgesamt gefährden könnte.

In einer am Dienstag veröffentlichten Erklärung des Ministeriums hieß es, nach einer Bewertung des Unternehmensteils Yuganskneftegaz - er hat bei Yukos einen Produktionsanteil von 60 Prozent - werde der Verkauf eingeleitet.

Yukos drohen massive Beteiligungsverkäufe, weil der Ölkonzern Steuernachzahlungen über umgerechnet 3,4 Mrd. Dollar nicht nachgekommen war.

Elf Milliarden Dollar

Der zum Verkauf stehende Yukos-Anteil dürfte aber nach Einschätzung des Brokerhauses UFG etwa elf Mrd. Dollar bringen. Dabei sei noch ein Abschlag von 25 Prozent wegen des übereilten Verkaufs eingerechnet, sagte Stephen O'Sullivan von UFG. Der beabsichtigte Verkauf treffe das Herz des Ölkonzerns.

"Es sieht fast so aus, als ob dies ein Erstschlag zur Zerstörung des Unternehmens ist", sagte O'Sullivan. Yukos hätte leicht die Steuerschulden durch Verkauf anderer Vermögensteile aufbringen können, erklärte der Analyst.

Auf die Verkaufsnachricht hin brach der Yukos-Kurs an der Micex-Börse um rund neun Prozent ein. (APA/Reuters)

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