SPÖ und FPÖ kritisieren Rechtschreibreform

26. Juli 2004, 19:21
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"Kennt sich doch sowieso keiner mehr aus" - "Mittlerweile schreibt jeder so, wie er will"

Wien - Kritik an der am 1. August 2005 endgültig in Kraft tretenden Rechtschreibreform üben SPÖ und FPÖ. SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer sah in der "Kronen-Zeitung" (Dienstag-Ausgabe) "keinen Sinn" in den neuen Schreibregeln, diese seien "absolut kein Fortschritt". "Bei den ewigen Veränderungen und zusätzlichen Reförmchen der Reform kennt sich doch sowieso keiner mehr aus", so Gusenbauer. FPÖ-Bildungssprecherin Mares Rossmann forderte in einer Aussendung eine Verlängerung der Übergangsfrist für die Reform über den 1. August 2005 hinaus. Außerdem solle deren Sinnhaftigkeit überhaupt noch einmal überdacht werden.

Insgesamt habe die Reform bisher mehr zur Verwirrung beigetragen als zur Vereinfachung, beklagte Rossmann: "Mittlerweile schreibt jeder so, wie er will, egal ob Journalisten, Schriftsteller, Verlage, Printmedien, Firmen oder Privatpersonen." Ins gleiche Horn stieß Gusenbauer: "Außerdem richtet sich in Österreich der Großteil der Bevölkerung ohnehin nicht nach der neuen Schreibweise. Und wozu, bitte, brauchen wir etwas, das niemand haben will und an das sich niemand hält?" An Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) appellierte Gusenbauer, genau zu untersuchen, wie weit die Reform bei uns auch tatsächlich umgesetzt wird.

Gehrer hat in den vergangenen Jahren die Reform immer wieder verteidigt. Die Umstellung in Österreich laufe problemlos. Zuletzt hatten in Deutschland Ministerpräsidenten von CDU und CSU die Reform in Frage gestellt.(APA)

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