Verwirrung um angebliche Zarqawi-Drohung gegen Japan

22. Juli 2004, 12:27
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Widersprüchliche Internet-Botschaften

Dubai - Eine angebliche Anschlagsdrohung des El-Kaida-Verbündeten Abu Musab al-Zarqawi gegen Japan hat am Dienstag für Verwirrung gesorgt. Auf einer Internetseite, auf der bereits vorher Erklärungen des Extremisten veröffentlicht worden waren, wurde im Namen der Gruppe Al-Zarqawi mit Anschlägen in Japan gedroht, sollte das Land seine Truppen nicht aus dem Irak abziehen.

Später wurde auf einer anderen Internetseite eine der Gruppe "Jama'at al-Tawhid wa al-Jihad" (Gruppe für Ein-Gott-Glaube und Heiligen Krieg) zugeschriebene Erklärung veröffentlicht, in der sie sich von der Drohung distanzierte. Die Authentizität keiner der Erklärungen konnte überprüft werden.

"Diese Botschaft richtet sich an die japanische Regierung: 'Folgt dem Beispiel der Philippinen, weil niemand sonst Euch helfen kann. Ihr werdet das Schicksal der USA und anderer teilen'", hieß es in der ersten Erklärung.

Zudem wurden arabische und moslemische Länder davor gewarnt, Truppen in den Irak zu entsenden und die US-Geführten Truppen in dem Land sowie die Übergangsregierung von Ministerpräsident Iyad Allawi zu unterstützen. "Wir werden niemanden tolerieren, der nicht gekommen ist, um den Irakern zu helfen, sondern um die Amerikaner zu beschützen", hieß es.

"Erstaunen und Verwunderung"

In der zweiten angeblichen Al-Zarqawi-Botschaft hieß es: "Um den Fehler zu korrigieren, wollen wir gegenüber den Moslems und Mudschahedin klarstellen, dass die Erklärung, die der Gruppe zugeschrieben wurde, uns in Erstaunen und Verwunderung versetzt hat." Anhänger der Gruppe sollten "vorsichtig und glaubwürdig sein und Lügen vermeiden", hieß es.

Die Gruppe des aus Jordanien stammenden Al-Zarqawi hat sich zu zahlreichen Anschlägen im Irak bekannt. Die USA haben für seine Ergreifung eine Belohnung von 25 Millionen Dollar ausgesetzt. Extremisten um Al-Zarqawi gelten als verantwortlich für dutzende Entführungen von Ausländern im Irak seit April. Die meisten kamen zwar wieder frei, mindestens aber vier Geiseln wurden getötet. Ein US-Bürger und ein Südkoreaner wurden von der Gruppe enthauptet. (APA/Reuters)

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