Bölts: "Für Totschnig noch mehr möglich"

23. Juli 2004, 14:33
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Eine Million Zuschauer am Mittwoch zum Tour-Bergzeitfahren nach L'Alpe d'Huez erwartet

Valreas/Frankreich - Georg Totschnig nahm am Mittwoch die vier Alpen-Etappen der Tour de France mit viel Selbstvertrauen in Angriff. "Seine Moral ist nach seinen dritten Platz in den Pyrenäen groß, das ist immens wertvoll", erklärt Udo Bölts, einer der Sportlichen Leiter im Team Gerolsteiner. Der Deutsche, früher Kollege Totschnigs im Team Telekom, kennt den Tiroler genau und traut dem Gesamt-Sechsten eine weitere Steigerung zu. "Vom Gefühl her würde ich sagen, dass sogar noch mehr möglich ist, Georg ist unser Goalgetter, er ist zäh wie Leder."

Totschnig hatte im Zuge seiner akribischen Tour-Vorbereitung gemeinsam mit Bölts heuer erstmals wichtige Etappen genau inspiziert. "Wir sind alle Abschnitte in den Alpen abgefahren, Georg kennt jede Kurve, das wird ein großer Vorteil sein", sagte Bölts im APA-Gespräch. Natürlich sind auch an Totschnig die zwei harten Tour-Wochen nicht spurlos vorüber gegangen. "Angeschlagen sind alle. Aber Georg hat von seinem Alter her große Ausdauerfähigkeiten und Tempohärte, er erholt sich gut und hat damit ein Plus gegenüber einem 26- oder 28-Jährigen", meinte der zwölffache Tour-Teilnehmer Bölts.

Nach Ansicht von Bölts seien die Qualitäten und das Talent von Totschnig seit langem unbestritten. Als Kapitän im Team Gerolsteiner habe er nun aber die Chance, sich speziell vorzubereiten. "Aber schon als er bei Telekom fuhr, war die Klasse da, nur konnte er sie als Helfer von Jan Ullrich nicht zeigen", erklärte der erfahrene Radprofi die starke Vorstellung Totschnigs in dessen sechster Tour. Bisher hat der Zillertaler die Gesamtränge 37 (1995), 34 (1997), 27 (1998) 20 (1999) und zwölf (2003/nach Rang fünf im Giro d'Italia) erreicht.

Am Mittwoch wartet der legenden-umwobene Anstieg über 1.110 Höhenmeter hinauf nach L'Alpe d'Huez, der in einem 15,5 km langen Einzelzeitfahren bewältigt werden muss. Gerolsteiner-Manager Hans-Michael Holczer fürchtet, dass die Begeisterung der Fans überschwappen könnte. "Es gibt Grenzen bei der Tour. Und ich habe Angst, dass diese Grenzen am Mittwoch überschritten werden", erklärte der gebürtige Burgenländer. Rund eine Million Zuschauer wird erwartet, die Organisatoren haben besondere Vorsichtsmaßnahmen getroffen. 650 Gendarmen sind im Einsatz, Motorrad-Eskorten werden den im Zwei-Minuten-Abstand (ab 14 Uhr) startenden Fahrern den Weg durch die Menschenmassen bahnen, auf den letzten 7,5 Kilometern sind Absperrgitter montiert.(APA)

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