Hochdotierte Preise für zwei aus Österreich stammende Wissenschafter

26. Juli 2004, 13:29
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"Antonio Feltrinelli Preis" für Gottfried Schatz, Auszeichnung des "T. Franklin Williams Scholars Program" für Wolfgang Winkelmayer

Wien/Basel/Boston - Hochdotierte Auszeichnungen für zwei aus Österreich stammende Wissenschafter: Der Biochemiker Gottfried Schatz, emeritierter Professor an der Universität Basel, erhält den diesjährigen "Antonio Feltrinelli Preis" der Nationalen Akademie der Wissenschaften in Rom ("Accademia Nazionale dei Lincei"). Mit einer Dotation von 250.000 Euro, die Schatz persönlich zugesprochen werden, handelt es sich dabei nicht nur um die höchste italienische Wissenschafts- und Kulturauszeichnung, sondern um einen der weltweit höchstdotierten Preise.

Auszeichnung für Wolfgang Winkelmayer

Der Mediziner Wolfgang Winkelmayer von der Harvard Medical School (USA) erhält im Rahmen des "T. Franklin Williams Scholars Program" 150.000 Dollar (120.851 Euro), um die Verwendung von kardiovaskulären Medikamenten bei älteren Dialysepatienten zu studieren.

Der "Antonio Feltrinelli Preis" wird jährlich an eine ausländische Persönlichkeit und abwechselnd für Leistungen in verschiedenen Fachgebieten vergeben. Schatz erhält den Preis in Anerkennung seiner bahnbrechenden Arbeiten zur Entdeckung der Mitochondrien-DNS und zur Aufklärung der Mitochondrienbildung, teilte die Universität Basel mit, wo Schatz mittlerweile emeritierter Professor für Biochemie ist. Schatz war zudem bis vor einem Jahr Präsident des Schweizerischen Wissenschafts- und Technologierats.

Erbgut der Mitochondrien entdeckt

Schatz, 1936 in Strem im Burgenland geboren, wuchs in Graz auf und studierte dort Chemie und Biochemie. Nach der Promotion ging er 1961 nach Wien an das von Hans Tuppy geleitete Institut für Biochemie. Dort entdeckte er, dass die Kraftwerke der Zellen - die Mitochondrien - über ein eigenes Erbgut verfügen und Überbleibsel von bakterienähnlichen Lebewesen sind, welche von anderen Zellen vor rund 1,5 Milliarden Jahren inkorporiert wurden. Nach sechs Jahren an der Cornell University (US-Bundesstaat New York) ging Schatz 1974 an das damals neu gegründete Biozentrum der Universität Basel.

Integration der Altersforschung

Ziel des von den beiden US-Vereinigungen "Association of Subspecialty Professors" und "Internal Medicine Subspecialty Societies" getragenen "T. Franklin Williams Scholars Program" ist es, die Altersforschung (Geriatrie) in Spezialgebiete der Internen Medizin zu integrieren. Heuer wurden im Rahmen des Programms sieben junge Forscher ausgezeichnet. Sie erhalten für zwei Jahre jeweils zwischen 100.000 bis 150.000 Dollar, um ihr jeweiliges Spezialgebiet im Bereich der Geriatrie anzuwenden.

Winkelmayer, der auch Präsident des Vereins Austrian Scientists and Scholars in North America (ASciNA) ist, will im Rahmen des Programms die Verwendung von kardiovaskulären Medikamenten bei älteren Dialysepatienten untersuchen. Schließlich haben Personen mit einer Nierenerkrankung im Endstadium (ESRD) ein deutlich höheres Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen, die Todesursache von 45 Prozent aller ESRD-Patienten liegt im kardiovaskulären Bereich. (Apa)

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