UNIDO: Armut in Afrika gestiegen

28. Juli 2004, 12:48
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Österreich im Vergleich der Industrieleistung auf Rang zwölf zurückgefallen

Wien - Die Länder Schwarzafrikas haben sich im vergangenen Jahrzehnt kaum zum Positiven verändert. "Die Industrie in den Ländern südlich der Sahara hat seit 1980 stagniert und weltweit Marktanteile verloren", stellt der aktuelle Entwicklungsbericht der UNO-Organisation für Industrielle Entwicklung (UNIDO) 2004 fest, der heute, Dienstag, am UNIDO-Sitz Wien präsentiert wurde. Der Aufbau der Industrie, freier Zugang zu den Weltmärkten und ein höherer Anteil der Privatwirtschaft seien Prioritäten für die subsaharischen Länder Afrikas, unterstrich UNIDO-Präsident Carlos Magarinos.

Singapur top

Ein im aktuellen UNIDO-Bericht veröffentlichter internationaler Ländervergleich der industriellen Leistungsfähigkeit von 155 Länder (Basis: Jahr 2000) zeigt Singapur wie schon 1990 an der Spitze. 1980 lag Singapur hinter der Schweiz noch auf Rang 2. Dahinter folgen die europäischen Länder Irland (1990: 9./1980: 19.), Schweiz (2./1.), Finnland (7./8.) und Schweden (5./4.) vor Japan (4./5.), Deutschland (3./3.), Belgien-Luxemburg (6./6.), Taiwan (15./18.)und Südkorea (18./23.). Österreich liegt auf Rang 12, um vier Plätze schwächer als 1990 (1980: 11.).

Während alle Regionen der Welt seit 1980 Fortschritte in ihrer industriellen Entwicklung verzeichneten, hat sich die Armut in den Ländern südlich der Sahara weiter ausgebreitet, hält der "Industrial Development Report" (IDR) 2004 fest. Die Entwicklung in dieser Region sei die große Entwicklungsherausforderung für das 21. Jahrhundert, unterstrich Magarinos.

Armut südlich der Sahara weiter ausgebreitet

Entscheidend sei dabei die Verwirklichung der im Jahr 2000 definierten Millennium-Entwicklungs-Ziele, die unter anderem eine Halbierung der extremen Armut - mit einem Tageseinkommen von weniger als einem Dollar -, des weltweiten Hungers sowie wesentlicher Gesundheits-, Bildungs-, Pflege- und Umweltmaßnahmen vorsehen. Allein die Umsetzung der Maßnahmen im Bereich Gesundheit und Grundausbildung würde das Wachstum in den subsaharischen Ländern um 1,6 Prozentpunkte verbessern, hält der Bericht fest.

Die angestrebte Halbierung der extremen Armut in Schwarzafrika bis 2015 setzt ein Wirtschaftswachstum von 4 bis 5 Prozent in der Region voraus. Am schwierigsten werden diese Ziele in den rohstoffarmen und den Binnenländern Afrikas sein. Zudem müsse die Einkommensverteilung verbessert werden, da eine Steigerung der Produktion nicht automatisch allen Bevölkerungsschichten zu Gute komme. (APA)

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