Korei fordert Arafat ultimativ zum Abtreten von Kompetenzen auf

22. Juli 2004, 19:38
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Premier bleibt aber vorerst im Amt - Machtkampf in palästinensischer Autonomiebehörde schwelt weiter

Ramallah - Der Machtkampf in der palästinensischen Autonomiebehörde schwelt weiter. Zwar beugte sich Ministerpräsident Ahmed Korei (Abu Ala) am Dienstag vorübergehend dem Druck von Präsident Yasser Arafat und legte sein Amt nicht nieder. Im Gegenzug forderte er Arafat jedoch ultimativ auf, wichtige Kompetenzen an das Kabinett abzutreten, wie aus Kabinettskreisen verlautete. "Die Krise geht weiter", sagte Minister Saeb Erekat im Anschluss an ein stürmisches Spitzentreffen in Arafats Amtssitz in Ramallah.

Korei selbst verließ das Gebäude durch einen Hinterausgang, um den wartenden Journalisten nicht Rede und Antwort stehen zu müssen. Er habe gegenüber Arafat betont, dass er sich nur als Übergangsregierungschef sehe, sagte Kommunikationsminister Asam Ahmed. Koreis Rücktrittsgesuch habe Bestand, bis Arafat Macht an das Kabinett übertrage, erläuterte Erekat. Dazu war Arafat auf der Sitzung offenbar nicht bereit.

Korei hatte am Samstag wegen Kompetenzstreitigkeiten im Sicherheitsapparat und einer Eskalation der Lage im Gazastreifen seine Demission beantragt. Auf der Kabinettssitzung habe der Regierungschef von Arafat wirkliche Autorität für seine Regierung eingefordert, berichtete Kabinettsminister Kadura Fares. Dies gelte besonders für die Sicherheitskräfte, damit diese effektiv arbeiten könnten. (APA/AP)

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