Neue Software für Betriebsprüfungen wird in Tirol entwickelt

28. Juli 2004, 18:40
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Finanz und Sozialversicherung sollen dadurch Abrechnungsfehler leichter aufspüren

Ein neues Computerprogramm für Betriebsprüfungen wird derzeit von der Tiroler Gebietskrankenkasse (TGKK) entwickelt. Die Software soll mit Ende 2005 sowohl vom Finanzamt als auch von der Sozialversicherung österreichweit eingesetzt werden. Abrechnungsfehler bzw. ausstehende Abgaben können die Prüfer dadurch leichter aufspüren. Der entsprechende Vertrag über 3,3 Millionen Euro wurde am Montagabend in Innsbruck unterzeichnet.

Bis vor zwei Jahren mussten Finanzbeamte und Kontrolleure der Gebietskrankenkassen die Betriebsprüfungen noch getrennt vornehmen. Nicht selten gaben sie sich in den zu prüfenden Unternehmen nacheinander die Klinke in die Hand. Mehrfach-Kontrollen gibt es seither nicht mehr. Jeder Prüfer - egal ob vom Finanzamt oder von der Krankenkasse - kontrolliert auch den anderen Bereich mit. Die diesbezügliche Software fehlte bisher allerdings.

Die Prüfungen werden nach Ansicht von Josef Probst, dem Geschäftsführer des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger, durch die neue Logistik effizienter. Zwei völlig unterschiedliche Verwaltungseinheiten, aber auch die Betriebe und Gemeinden, würden von dem Projekt profitieren. "Die Unternehmen, die genau arbeiten, sollen nicht belästigt werden", erklärte Probst einen Grund für die entwickelte Software. Das Investitionsvolumen dafür bezifferte er mit mehr als fünf Millionen Euro.

Mit Hilfe des Computerprogrammes könnten die 500 Prüfer in Österreich Monat für Monat rasch reagieren, erläuterte Arthur Winter vom Finanzministerium. "Schwarze Schafe wollen wir sofort finden", nannte er das Ziel. Insgesamt 250 Millionen Euro an Lohnsteuern, Kommunalabgaben oder Sozialversicherungsbeiträgen müssten die österreichischen Betriebe jährlich nachzahlen. Projektleiter Erich Mader von der TGKK hoffte, die Treffsicherheit durch die neue Software noch zu erhöhen. 23.000 Unternehmen würden pro Jahr in Österreich von Finanzamt und Sozialversicherung geprüft. Jeder zweite Betrieb muss laut Mader Abgaben nachzahlen. (APA)

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