Gratis-Vorführungen für Republikaner

29. Juli 2004, 11:32
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Geld macht "Fahrenheit 9/11" ohnehin genug: 100-Millionen-Dollar- Marke bald erreicht

Washington - Rund einen Monat nach seinem Filmstart in den USA nähert sich der Bush-kritische Film "Fahrenheit 9/11" der 100-Millionen-Dollar-Marke. Der Streifen von Filmemacher Michael Moore hat in den USA bereits 93,8 Mio. Dollar (75,6 Mill. Euro) eingespielt. Damit wurde der bisher erfolgreichste Dokumentarfilm "Everest", der 84,4 Mio. Dollar erzielte, an den amerikanischen Kinokassen überflügelt.

Spezial-Aktionen in Texas und Utah

Ein Kino in Waco (Texas) hat sich entschlossen, seinem Publikum den Film mit seiner heftigen Kritik an Bush nicht länger vorzuenthalten. Waco ist die einzige Stadt im 20-Meilen-Radius (rund 30 Kilometer) der 700-Seelen-Gemeinde Crawford, in der der US-Präsident seine Ranch unterhält.

Generell ist der Film nur in wenigen texanischen Kinos zu sehen - ebenso in anderen "Republikaner-Hochburgen" wie Utah. Örtliche Zeitungen berichteten am Dienstag, dass die Organisation "Friends for Peace" (Freunde für Frieden) den Film demnächst auch in Crawford vorstellen wolle. Moore habe der Organisation eine Kopie von "Fahrenheit 9/11" kostenlos zur Verfügung gestellt.

Demokraten dürfen spenden

Zuschauer, die sich als Sympathisanten von Bushs republikanischer Partei zu erkennen geben, sollen den Film kostenlos zu sehen bekommen. Anhänger der demokratischen Partei werden gebeten, eine Spende für das "Crawford Peace House" zu entrichten, schrieb Wacos "Herald-Tribune" am Dienstag in ihrer Online-Ausgabe.

"Wir wollen den Film nicht nur jenen Leuten zeigen, die die Zusammenhänge bereits verstehen und seinem Inhalt zustimmen", erklärte der Gründer von "Friends of Peace", Skip Londos, der Zeitung. Um ein möglichst großes Publikum in Crawford ansprechen zu können, sei eine Freilichtvorführung geplant. Der US-Präsident wird am Wochenende zum Urlaub in Crawford zurückerwartet. Vor dem Start in Waco mussten interessierte Nachbarn mehr als 50 Kilometer südlich nach Temple fahren, um die Dokumentation zu sehen, die First Lady Laura Bush als "Propaganda" ablehnt. (APA)

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