Genetische Ursache im Fall des Plötzlichen Kindstodes

26. Juli 2004, 12:02
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Bei einer Studie in einer Amish-Gemeinde entdeckten US-Forscher einen Defekt am TSPYL-Gen

Washington - Der Plötzliche Kindstod könnte einer US-Studie zufolge genetisch bedingt sein. Wissenschafter entdeckten ein Gen, das offenbar das Sudden Infant Death Syndrom (SIDS) auslösen kann, wie es in der am Montag in den "Proceedings of the National Academy of Sciences" veröffentlichten Studie heißt. Die Wissenschafter aus Lancaster County im US-Bundesstaat Pennsylvania untersuchten eine Gemeinde der Amish, in der binnen zwei Generationen 21 Babys dem Plötzlichen Kindstod erlegen waren.

Ideale Voraussetzungen für DNA-Analysen

Da die Old Order Amish eine in sich geschlossene Gemeinschaft bilden, fanden die Forscher ideale Voraussetzungen für DNA-Analysen unter den Familien der verstorbenen Kinder. Dabei zeigte sich, dass alle Babys, die in ihrem ersten Lebensjahr an Herzversagen oder Atemstillstand starben, einen Defekt am so genannten TSPYL-Gen aufwiesen.

Die Amish-Sekte lehnt den technologischen Fortschritt ab und lebt noch immer so wie bei ihrer Gründung im 17. Jahrhundert. Der plötzliche Kindstod ist in Industrieländern die häufigste Todesursache im ersten Lebensjahr. In Deutschland erliegen jährlich etwa 700 Kinder diesem Phänomen. Die genauen Ursachen sind bisher trotz intensiver, weltweiter Forschung noch nicht bekannt. (Apa)

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PNAS

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