Pazner: Nur "kulturelles Missverständnis" mit Frankreich

20. Juli 2004, 18:21
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Führende jüdische Repräsentanten über Sharon empört

Jerusalem - Die israelische Regierung hat am Dienstag den diplomatischen Konflikt mit Frankreich zu entdramatisieren versucht, den Ministerpräsident Ariel Sharon mit seinem Auswanderungsaufruf an die französischen Juden ausgelöst hat. Es gebe "keine Krise zwischen den beiden Ländern, sondern vielmehr ein kulturelles Missverständnis", sagte Regierungssprecher Avi Pazner in Jerusalem. Es gelte nun, sich in Ruhe um die Ausräumung des Missverständnisses zu bemühen.

Ein Sprecher des französischen Großrabbiners Joseph Sitruk sagte in Paris, die Frage der Auswanderung stelle sich nicht. "Juden Frankreichs - diese Bezeichnung bedeutet nichts. Es gibt französische Bürger jüdischen Glaubens, wie es französische Bürger anderen Glaubens gibt. Wir sind ein Teil der Seele dieses Landes", sagte der Sprecher des Großrabbiners, Haim Korsia. "Wir können solche Äußerungen (wie sie Sharon von sich gegeben hat) nicht akzeptieren. Wir wissen alle, dass die Situation der französischen Juden schwierig ist. Die jüdische Gemeinde lebt wirklich in Sorge. Aber sie weiß, dass die Politiker alles tun, um den Antisemitismus zu bekämpfen. Es ist nicht hinnehmbar, Öl in das Feuer zu gießen", hieß es in einem Kommuniqué des Repräsentativrates der jüdischen Institutionen Frankreichs (CRIF).

In Frankreich leben schätzungsweise 600.000 Juden, womit das Land die größte jüdische Gemeinschaft in Europa zählt.(APA)

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