30 Jahre Teilung Zyperns

20. Juli 2004, 20:13
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Zeremonien auf beiden Seiten: Griechen trauern - Türken feiern Befreiung

Nikosia/Lefkosa - Auf Zypern wird am heutigen Dienstag der Teilung der Mittelmeerinsel gedacht, die seit nunmehr drei Jahrzehnten andauert. Im griechischen Süden heulten die Sirenen und die Kirchenglocken läuteten zum Zeichen der Trauer. Damit wurde an die Opfer der türkischen Militärintervention vom 20. Juli 1974 erinnert. Der türkische Norden feierte dagegen mit Militärparaden den 30. Jahrestag des militärischen Eingreifens Ankaras, das als "Friedensaktion" bezeichnet wird.

Die Türkei hatte mit der Invasion auf den von der Athener Junta inszenierten Putsch gegen den zypriotischen Präsidenten Erzbischof Makarios vom 15. Juli 1974 reagiert, der von blutigen Ausschreitungen gegen die türkisch-zypriotische Volksgruppe begleitet war. Die Putschisten strebten den Anschluss ("Enosis") der Insel an Griechenland an. Türkische Truppen besetzten fast 40 Prozent des Insel-Territoriums, nahezu 200.000 griechische Zyprioten wurden aus dem okkupierten Norden vertrieben. Gleichzeitig hatte Ankaras Militärintervention den raschen Zusammenbruch des griechischen Obristen-Regimes in Athen zur Folge.

Obwohl die Insel am 1. Mai 2004 völkerrechtlich als Ganzes EU-Mitglied geworden ist, bleibt sie geteilt. Das Regelwerk der Union findet in Türkisch-Nordzypern keine Anwendung, dessen Regierung nur von der Türkei anerkannt wird. (APA/dpa)

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