Tausende feiern in Nicaragua 25. Revolutionsjahrestag

20. Juli 2004, 16:22
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Großkundgebung in Managua

Managua - Tausende Menschen haben am Montag in Nicaragua den 25. Jahrestag der sandinistischen Revolution gefeiert. An einer Großkundgebung der Sandinistischen Nationalen Befreiungsfront (FSLN) in der Hauptstadt Managua nahmen auch Vertreter der katholischen Kirche teil und riefen zur nationalen Versöhnung auf.

Am 19. Juli 1979 hatte ein Volksaufstand unter Führung der Sandinisten in Nicaragua die Familiendiktatur des Somoza-Clans beendet. Die Sandinisten regierten das mittelamerikanische Land bis zu ihrer Wahlniederlage im Jahr 1990. Ihre Herrschaft war vom Konflikt mit den USA und dem Bürgerkrieg mit den rechtsgerichteten Contra-Rebellen gekennzeichnet.

Der Erzbischof von Managua, Kardinal Miguel Obando y Bravo, hatte am Montag eine Messe mit den Führern der Sandinisten gefeiert, zu denen er früher in scharfer Gegnerschaft stand. "Das Verzeihen soll die Rache besiegen", sagte Obando. Nicaraguas Präsident Enrique Bolanos bezeichnete dagegen den Jahrestag als "Tag der nationalen Trauer". "Mit den Sandinisten begann ein System des Totalitarismus und des wirtschaftlichen Rückschritts", sagte Bolanos, der während der Sandinistenherrschaft enteignet worden war. (APA/dpa)

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