Annan fordert Arafat zu Bemühungen um Sicherheitslage auf

21. Juli 2004, 10:15
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Nahost-Gesandten Roed-Larsen gegen Vorwürfe in Schutz genommen

New York - UNO-Generalsekretär Kofi Annan hat Palästinenserpräsident Yasser Arafat aufgefordert, sich schnell um eine Verbesserung der Sicherheitslage im Gazastreifen zu bemühen. Arafat solle sich "auf die Handlungen konzentrieren", die die Situation wieder unter Kontrolle bringen könnten, sagte Annan am Montag vor Journalisten in New York. Die palästinensische Autonomiebehörde müsse ihrerseits notwendige Schritte unternehmen, um Reformen einzuleiten.

Es handele sich um eine "ernsthafte Krise", in deren Mittelpunkt Regierungschef Ahmed Korei stehe. Korei hatte am Wochenende seinen Rücktritt eingereicht, den Arafat bisher aber noch nicht annahm.

Zugleich nahm Annan nochmals seinen Nahostgesandten Terje Roed-Larsen in Schutz, den die Autonomiebehörde in der vergangenen Woche wegen seiner Kritik an den Palästinensern zur unerwünschten Person erklärt hatte. Roed-Larsen habe "die Fakten festgestellt", als er gesagt habe, in den Palästinensergebieten herrsche "ständig wachsendes Chaos". Die Ereignisse hätten seinem Gesandten Recht gegeben, sagte Annan weiter.

Roed-Larsen sagte vergangene Woche, Arafat habe einen "Mangel an politischem Willen" zur Reform der palästinensischen Autonomiebehörde erkennen lassen. "Die Lähmung der Autonomiebehörde ist überdeutlich klar, und Recht und Ordnung in den Palästinensergebieten verschlechtern sich immer mehr." Die Behörde drohe zusammenzubrechen. Palästinenservertreter hatten Roed-Larsen daraufhin in scharfer Form persönlich angegriffen und ihn zum "Feind des palästinensischen Volkes" erklärt. (APA)

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