Mehr als 30 Tote bei Grubenunglück in der Ukraine

20. Juli 2004, 19:11
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Zwölf Tote bei Grubenexplosion in China

Mindestens 31 Bergleute haben bei einer Explosion in einem Kohlebergwerk im Osten der Ukraine ihr Leben verloren. Rettungskräfte suchten am Dienstag noch nach fünf weiteren Vermissten, teilte ein Sprecher des Katastrophenschutzministeriums mit. Die Rettungskräfte kündigten an, flüssigen Stickstoff in die Stollen zu pumpen und die brennenden Teile der Schächte unter Wasser zu setzen, um das weiterhin tobende Feuer in den Stollen zu löschen. Auch in China starben bei einem Bergwerksunglück mehrere Menschen.

Das Unglück in der Krasnolimanskaja-Mine in der Donezk-Region ereignete sich am Montagabend zum Schichtwechsel. Zum Zeitpunkt der Detonation hielten sich 48 Kumpel in dem Bergwerk auf - zwölf konnten sich retten. Bis Dienstagmittag wurden 31 Leichen geborgen. Die Rettungsarbeiten würden neben dem Feuer von hohen Gaskonzentrationen und Temperaturen von rund 50 Grad Celsius behindert, sagte Ministeriumssprecher Oleh Wenzhik.

Ursache des Unglücks war eine Methangasexplosion in 970 Metern Tiefe. "Steine und Schutt erschweren unsere Arbeit unglaublich", sagte ein Vertreter der Rettungskräfte. "Es herrscht ein totales Chaos dort unten." Mehr als 50 Teams suchten nach Toten und Verletzten.

Unsicherstes Bergwerk der Ukraine

Ministerpräsident Viktor Janukowitsch und sein Stellvertreter Andrej Klujew eilten zur Krasnolimanskaja-Mine. "Wir suchen weiter," sagte Klujew, der mit der Überprüfung des Unglücks betraut wurde, vor Journalisten. Die Regierung will die Familien der Opfer mit umgerechnet 380.000 Euro unterstützen.

Die Krasnolimanskaja-Mine ist zwar besonders profitabel, gilt zugleich aber als eines der unsichersten Bergwerke in der Ukraine. Schon in der Vergangenheit ist dort häufig Methangas ausgetreten. Bei einer Explosion vor drei Jahren kamen neun Bergleute ums Leben.

In der Ukraine kommt es immer wieder zu Unfällen in Bergwerken. Ursache sind in den meisten Fälle mangelnde Sicherheitsmaßnahmen und überalterte Technik. Selbst das ukrainische Ministerium für Treibstoff und Energie hat drei Viertel der 200 Kohleminen des Landes als "gefährlich" klassifiziert. Allein im vergangenen Jahr wurden 267 Bergleute getötet, wie aus einer Statistik des staatlichen Arbeitsschutzkomitees hervorgeht. Seit 1991 wurden mehr als 3.700 Todesopfer registriert.

Schwersten Grubenunglück in der Ukraine

Die Explosion vom Montagabend war das schwerste Grubenunglück in der Ukraine seit zwei Jahren. Im Juli 2002 kamen über dreißig Arbeiter bei einem Brand ums Leben, im Jahr zuvor wurden mehr als fünfzig Kumpel bei einer Gasexplosion getötet. Im März 2000 starben mindestens 80 Bergleute in einer Gasexplosion in der Kohlenmine Barakowa, dem schlimmsten Unfall seit Jahrzehnten. Die Bergwerke in der ehemaligen Sowjetrepublik zählen zu den unsichersten weltweit.

Im Norden Chinas wurden bei einer Gasexplosion in einem Kohlebergwerk zwölf Kumpel getötet, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Dienstag. Den Angaben zufolge ereignete sich das Unglück am Montagabend in Shuozhou in der Provinz Shanxi. Alle zwölf Leichen seien geborgen worden. Auch in China kommt es häufig zu Unglücksfällen in Kohlebergwerken. Im vergangenen Jahr kamen dabei mehr als 6.000 Menschen ums Leben. Nach Regierungsstatistiken ging die Anzahl der Unfälle in den ersten sechs Monaten dieses Jahres aber deutlich zurück. (APA/AP)

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