Kerry-Berater: Kriegsgründe waren ein "Bündel von Lügen".

22. Juli 2004, 11:47
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Schwere Vorwürfe gegen Cheney und Rumsfeld

Washington - Eine Woche vor dem Parteitag der oppositionellen US-Demokraten in Boston hat das Wahlkampfteam des Präsidentschaftskandidaten John Kerry seine Angriffe auf US-Präsident George W. Bush deutlich verschärft. Der frühere Senator Max Cleland, ein enger Berater und Freund Kerrys, bezeichnete am Montag im Telefonat mit Reportern die Behauptungen der Bush-Regierung im Vorfeld des Irak-Krieges, der damalige Machthaber Saddam Hussein verfüge über Massenvernichtungswaffen und unterhalte Verbindungen zur mutmaßlichen Terrororganisation El Kaida, als ein "Bündel von Lügen".

Während ein kürzlich veröffentlichter Untersuchungsbericht des Senats die Verantwortung für die Fehlinformationen über das irakische Waffenarsenal dem Geheimdienst CIA zuschrieb, sagte Cleland, der Präsident, Vizepräsident Dick Cheney und Verteidigungsminister Donald Rumsfeld seien verantwortlich. Kerrys und sein eigenes Votum für die Kongressresolution, die Bush im Oktober 2002 die Ermächtigung zum Krieg erteilt hatte, verteidigte Cleland damit, dass das Parlament damals "dreist belogen" worden sei.

Kerry selbst hat den Präsidenten bisher nicht direkt der Lüge bezichtigt. Clelands Wortwahl war auch drastischer als die Formulierungen im Wahlprogramm der Demokraten, das in der nächsten Woche in Boston verabschiedet werden soll. Darin heißt es lediglich, die Regierung habe in ihrem Plädoyer für den Krieg "übel übertrieben". Cleland betonte jedoch, Kerry stimme mit ihm in der Einschätzung überein. Schon vor rund einem Jahr habe Kerry gesagt: "Der Präsident hat gelogen, er hat mich persönlich belogen". (APA)

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