Belege für Verwicklung Arafats in Geldwäsche aufgetaucht

21. Juli 2004, 10:15
22 Postings

EU-Abgeordneter: "Offenbar viel Geld beiseite geschafft"

Gaza/München - Für illegale Geldwäschegeschäfte von Palästinenserpräsident Yasser Arafat sind einem Fernsehbericht zufolge erstmals Belege aufgetaucht. Wie das ARD-Magazin "Report München" am Montag berichtete, zeigen die Dokumente, dass Arafat im September 2001 rund fünf Millionen Dollar (vier Millionen Euro) auf eines seiner Konten bei der Arab-Bank in Kairo überwies. Wegen anderer Geschäfte bereite ein US-Anwalt eine Klage wegen Geldwäsche gegen die Bank vor.

Das Magazin berichtete unter Berufung auf den früheren Finanzchef der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), Jawid al-Ghussein, Arafat habe seine Aktivitäten aus einem System von rund zwölf Fonds finanziert. Wichtige PLO-Funktionäre hätten sich aus diesem Fonds bedient und seien so "Multimillionäre" geworden.

EU-Abgeordneter räumt Fehler ein

Der CDU-Europaabgeordnete Armin Laschet hat eingeräumt, dass die EU hat bei den Millionen-Finanzhilfen an die Palästinenser gravierende Fehler begangen hat. "Erstens hat man vom Jahr 2000 bis 2003 zehn Millionen Euro monatlich pauschal an die Autonomiebehörde gezahlt, ohne dies richtig zu kontrollieren", sagte Laschet, Ko-Vorsitzender des Untersuchungsausschusses zum Verbleib der EU-Finanzhilfen an die Palästinenser, in einem Interview mit dem "Hamburger Abendblatt".

"Zweitens haben die Palästinenser offenbar in dieser Zeit viel Geld beiseite geschafft, auf Konten in Kairo, aus denen (Palästinenserpräsident Yasser) Arafat seine Frau in Paris unterhält, Flugzeuge kauft und Ähnliches." Er zog daraus den Schluss, dass die Notlage der Palästinenser offenbar gar nicht so groß gewesen sei. "Darum muss die gesamte Finanzhilfe auf den Prüfstand", forderte Laschet. (APA/dpa)

Share if you care.