Genmais-Sorte als Futtermittel zugelassen

26. Juli 2004, 12:06
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Brüssel - Die EU-Kommission hat die Einfuhr und Verarbeitung des Genmaises NK 603 als Futtermittel erlaubt. Wie die Brüsseler Behörde am Montagnachmittag weiter mitteilte, unterliege das Produkt des US-Unternehmens Monsanto einer strengen Kennzeichnungspflicht. "Der Mais NK 603 wird in anderen Teilen der Welt häufig genutzt und es gab keine Berichte über negative Auswirkungen auf Gesundheit oder Umwelt", betonte die Kommission. Die Zulassung gelte für zehn Jahre. Es handelt sich um die zweite Zulassung seit Ende des fünfjährigen Moratoriums für Genprodukte in der EU im Mai.

Ende Juni hatten sich die EU-Umweltminister bei ihrer Sitzung in Luxemburg nicht auf die Zulassung von NK 603 als Futtermittel einigen können. Da aber auch keine qualifizierte Mehrheit (88 von 124 Stimmen) gegen die Zulassung zu Stande kam, ging die Sache an die EU-Kommission zur Entscheidung zurück. Umweltschützer argumentieren, dass die Auswirkungen der gegen Unkrautvernichtungsmittel resistenten Maissorte auf Umwelt und menschliche Gesundheit nicht hinreichend untersucht worden sind. Auch Österreich hat daher gegen die Zulassung der Maissorte gestimmt.

"Die Sicherheit des Maises steht nicht in Frage", betonte dagegen EU-Umweltkommissarin Margot Wallström mit Blick auf Tests der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit. Außerdem würden klare Kennzeichnungsvorschriften den Landwirten und Konsumenten die Informationen geben, "die sie benötigen, um zu entscheiden, ob sie das Produkt kaufen wollen oder nicht". Und schließlich unterliege der Mais strengen Rückverfolgbarkeitsbestimmungen, um ihn gegebenenfalls aus dem Verkehr zu ziehen.

Der Monsanto-Mais hatte am Montagvormittag auch die EU-Agrarminister beschäftigt. Sie sollten darüber entscheiden, ob NK 603 als Nahrungsmittel zugelassen wird. Da aber weder eine Entscheidung für noch dagegen zu Stande kam, kann die Kommission dem Genmais nun selbst die Zulassung erteilen. Die EU-Kommission kündigte am Nachmittag an, die Entscheidung "in den kommenden Monaten" treffen zu wollen. Erst nach der erfolgten Zulassung als Nahrungsmittel kann NK 603 - auch wenn es als Futtermittel verwendet wird - in die Union importiert werden.

Nach einem ähnlichen Patt im Ministerrat hatte die EU-Kommission im Mai bereits den Mais "Bt 11" der Firma Sygenta für den Verkauf als Nahrungsmittel zugelassen, der dank eines eingebauten Gens gegen den Schädling Maiszünsler resistent sein soll. Die Kommission beendete damit die seit 1999 geltende Aussetzung von Neuzulassungen für Genprodukte. Mehr als 30 weitere Genprodukte warten noch auf ihre Zulassung.(APA)

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