Tirol uneins über Fusionspläne

28. Juli 2004, 13:08
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Tourismusverbände wollen Unabhängigkeit

Wien - Bei Teilen der Tiroler Tourismusverbänden regt sich Unmut über die Pläne von Landeshauptmann Herwig van Staa, die noch immer 92 Einheiten auf 25, 30 Fremdenverkehrsvermarkter zusammen zuführen. Insbesondere bei Orten mit hohem Bekanntheitsgrad wie Kitzbühel, Ischgl oder St. Anton ist man nicht glücklich.

"Solange die Verbände auch Infrastrukturaufgaben wie den Betrieb von Bädern oder Loipen über haben, solange glauben wird, dass zu große Einheiten nicht zielführend sind", erklärt Rentate Danler, Geschäftsführerin von Kitzbühel Tourismus.

Der Verein habe schon bei der letzten Fusionswelle kleinere Orte aus der Umgebung dazu bekommen, und vermarkte jetzt eine Million Nächtigungen. In Ischgl glaubt man, dass durch Großgebilde etablierte Marken verwässert würden. "Die Destinationskulturen lassen sich nicht einfach mischen", sagt Andreas Steibl vom Tourismusverband Ischgl.

Kern der Bemühungen ist, dass ein Regionenmarketing, wie es in den meisten Bundesländern bereits umgesetzt ist, "billiger und effizienter" betrieben werden kann, sagt der Tourismusexperte des Wifo, Egon Smeral: "Da fallen unnötige Konkurrenzsituationen weg."

Bei der Tourismusabteilung des Landes Tirol erklärt der zuständige Direktor Gerhard Föger, dass die Jahrzehnte alten lokal orientierten Strukturen der Tourismusverbänden sich mittlerweile überlebt haben. (ruz/DER STANDARD Printausgabe, 20.07.2004)

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