Osteuropa vor Reiseboom

28. Juli 2004, 13:08
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Studie erwartet 7,9 Prozent Nachfragesteigerung und mehr Jobs

Brüssel - Der Tourismus kann zum Wachstumsmotor in Mittel- und Osteuropa, insbesondere in den neuen EU-Mitgliedsländern, werden. Nach jüngsten Untersuchungen wird die Nachfrage in der Reise- und Tourismusbranche heuer real um 7,9 Prozent steigen.

Bis 2014 dürfte die Nachfragesteigerung in diesen Ländern jährlich 6,3 Prozent betragen - das geht aus einer aktuellen Studie hervor, die Oxford Economic Forecasting (OEF) im Auftrag des internationalen Branchenverbandes World Travel & Tourism Council (WTTC) durchgeführt hat. Erwartet wird, dass dadurch in den Ländern drei Millionen Tourismus- und Dienstleistungsjobs entstehen werden.

Zweistellige Steigerungsraten werden heuer laut WTTC die Slowakei (13,5 Prozent), die Ukraine (12,4 Prozent), Slowenien (11,2 Prozent), Kroatien (10,8 Prozent) verzeichnen. Das Wachstum in den EU-15 wird 2004 mit 3,1 Prozent prognostiziert. Im Vergleich dazu: In Österreich wird das Wachstum der Branche mit 1,1 Prozent veranschlagt.

Beschäftigung

Laut Studie sind derzeit 3,23 Millionen Menschen in Mittel- und Osteuropa (MOEL) direkt im Tourismus beschäftigt, das entspricht 2,2 Prozent der Gesamtbeschäftigung. Bis 2014 soll dieser Anteil auf 2,5 Prozent (3,654 Millionen Menschen) steigen. Im Tourismus und den damit verbundenen Branchen seien in Osteuropa fast 13 Millionen Menschen beschäftigt (8,9 Prozent), bis 2014 würden es 15,46 Millionen (10,4 Prozent) sein, heißt es.

"Wir erwarten, dass an die drei Millionen zusätzlicher Jobs rund um touristische Aktivitäten entstehen werden", heißt es in einer WTTC-Zusammenfassung, die heute in Brüssel präsentiert wurde und Umsetzungsvorschläge beinhaltet.

Der Anteil des Tourismus am Bruttoinlandsprodukt (BIP) der MOEL beträgt laut WTTC-Angaben heuer 2,6 Prozent und dürfte bis 2014 auf 2,9 Prozent (rund 50 Milliarden Euro) steigen. Rechnet man die verwandten Branchen hinzu, so ergibt sich derzeit ein Anteil von 10,1 Prozent am BIP, der in den nächsten 10 Jahren auf 11,9 Prozent steigen dürfte. (APA/(DER STANDARD Printausgabe, 20.07.2004)

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