Fischer holt sich Adamovich als Berater

21. Juli 2004, 19:14
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Der Kompass ist eingestellt: Ex-VfGH-Präsident soll den Präsidenten in Verfassungsfragen zur Seite stehen

Wien - Bundespräsident Heinz Fischer will vieles anders machen - und dazu bedient er sich auch neuer Wortbilder.

Statt Diplomatensprache tönt jetzt Bergführerjargon aus der Hofburg. "99,5 Prozent meiner Amtszeit oder etwa 2200 Tage habe ich noch vor mir", rechnet Bundespräsident Heinz Fischer bei seiner Antrittspressekonferenz am Montag (Tag elf in Fischers Geschichtsschreibung) im Presseclub Concordia vor. "Und ich hoffe, dass der Kompass und Höhenmesser richtig eingestellt sind."

Die Seilschaft passt jedenfalls: Neben dem bekannten Team holt Fischer den früheren Präsidenten des Verfassungsgerichtshofes Ludwig Adamovich als ehrenamtlichen Berater in Verfassungsfragen zu sich. Sein neuer Kabinettschef wird der derzeitige Botschafter in Athen, Rene Pollitzer.

Mit Adamovich, meint Fischer, sollen verfassungsrechtliche Ansichten aus der Präsidentschaftskanzlei "zusätzlich an Gewicht" bekommen. Ein Wappnen für allfällige Diskussionen über die Sinnhaftigkeit seines Amtes sei das aber nicht. Da habe VP-Nationalratspräsident Andreas Khol schon angekündigt, dass nichts ohne sein, Fischers, Konsens passieren würde, erzählt der Präsident schmunzelnd, und das sei ja schließlich "eine Sicherheitspolizze, auf die man sich verlassen kann."

Deutlich wurde auch, dass Fischer - mit eigenen Worten - noch "ein Feeling dafür entwicklen will, wie man als Präsident die aktuelle politische Entwicklung begleitet, ohne zu weit in die Tagespolitik zu gelangen". Rege innenpolitische Besuchsdiplomatie gibt es jedenfalls schon: Mit Verteidigungsminister Günther Platter möchte er etwa über die Benennung eines Kasernenhofes in Andenken an den österreichischen Widerstandskämpfer Robert Bernardis nachdenken. Außenpolitisch wird Fischer diesen Sommer mit seinen Kollegen aus der Schweiz, Deutschland und Tschechien zusammenkommen - ein Treffen mit dem israelischen Präsidenten ist in Planung. (kpf, tó)

  • Die gläserne Hofburg wird bunt: Nach seiner Antrittspressekonferenz zeigte Präsident Heinz Fischer stolz ein Bild von Wolfgang Hollegha, das nun in der Hofburg hängt.
    foto: cremer

    Die gläserne Hofburg wird bunt: Nach seiner Antrittspressekonferenz zeigte Präsident Heinz Fischer stolz ein Bild von Wolfgang Hollegha, das nun in der Hofburg hängt.

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