Mannesmann-Prozess - Staatsanwalt dürfte Freisprüche beeinspruchen

27. Juli 2004, 13:54
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Antrag auf Revision erwartet

Im Mannesmann-Prozess wird die Staatsanwaltschaft nach Angaben aus mit dem Verfahren vertrauten Kreisen voraussichtlich Revision gegen die erwarteten Freisprüche einlegen. "Die Staatsanwaltschaft wird voraussichtlich Revision einlegen", hieß es am Montag in den Kreisen. Damit könnte der Fall vor dem deutschen Bundesgerichtshof landen.

Das Urteil in dem im Jänner begonnenen Prozess soll am Donnerstag verkündet werden. Das Gericht hatte bereits in einer Zwischenbilanz Ende März erklärt, der zentrale strafrechtliche Vorwurf der Untreue habe sich in dem Prozess gegen die sechs Angeklagten, unter ihnen Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, nicht erhärten lassen. Die Staatsanwaltschaft forderte trotzdem in ihrem Plädoyer teils Haftstrafen ohne Bewährung.

Alle sechs Angeklagten sind nach Ansicht der Ankläger in wechselnden Besetzungen an rechtswidrigen Entscheidungen für die Auszahlung von Millionen-Prämien und teuren Pensionsabfindungen bei Mannesmann im Zuge der rund 180 Mrd. Euro schweren Übernahme des Konzerns durch Vodafone beteiligt gewesen. Sie hätten die Übernahme durch Vodafone genutzt, um Managern und Pensionären die Gelder zuzuschieben.

Die Verteidiger der sechs Angeklagten plädierten dagegen auf Freispruch. (APA)

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