Geburt eines Schlüssels

19. Juli 2004, 22:48
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Wen Huis dokumentarischer Blick auf die chinesische Gesellschaft

Sie führte Interviews mit mehr als dreißig Frauen im Alter von 21 bis 93 Jahren, die aus unterschiedlichen Schichten stammen und ein Kind oder auch mehrere geboren hatten. Report on Giving Birth nennt sich Wen Huis' bekannteste, fünf Jahre alte Arbeit, in der sie einen dokumentarischen Blick auf die chinesische Gesellschaft wirft.

Vom Staat geduldet, aber nicht subventioniert, haben unabhängige Tanzkompanien in China einen schweren Stand. Wen Hui hat die ihre 1994 gegründet; mit ihrer experimentell-improvisierenden Arbeitsweise stand das Living Dance Studio damals ziemlich alleine da.

Ihren dokumentarischen Stil behielt es bis heute bei: Auch für Report on the Body, der zweiten Arbeit der Choreografin, die jetzt gemeinsam mit Report on Giving Birth erstmals in Österreich zu sehen ist, ging man von individuellen Lebensgeschichten aus: "Wir benutzten den Körper als den Schlüssel, um heutige Werte zu überprüfen." Dieser Körper ist in dieser gemeinsam mit dem Videokünstler Jiang Zhi realisierten Arbeit vor allem der weibliche. Ihn will Wen Hui abseits der offiziellen patriarchalen Sicht repräsentieren. (hil/DER STANDARD, Printausgabe, 20.7.2004)

"Report on Giving Birth"
am 4. und 5. 8

"Report on the Body"
am 7. 8., jeweils im Odeon, 21 Uhr
  • Geburt des zeitgenössischen Tanzes in China.
    foto: wang

    Geburt des zeitgenössischen Tanzes in China.

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