Zentimeterdick "belastendes" Material

28. Juli 2004, 11:39
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Auch die erste Führungsebene erfuhr erst unmittelbar vor der generalstabsmäßig durchgezogenen Zwangspensionierung des ÖBB-Persolnalchefs

Wien - Die Abberufung von ÖBB-Personalchef Wolfgang Moldaschl kam nicht nur für den 47-Jährigen überraschend: Auch die erste Führungsebene wurde erst unmittelbar vor der von ÖBB-General Rüdiger vorm Walde und Finanzchef Erich Söllinger generalstabsmäßig durchgezogenen Aktion unterrichtet.

Dem "alten" ÖBB-Vorstand, dem weiters Ferdinand Schmidt und Alfred Zimmermann angehören und der für die "Zwangspensionierung" formal zuständig ist, sei die Aktion am Donnerstag de facto "nur noch zur Kenntnisnahme vorgelegt worden", heißt es in höchsten Bahnkreisen.

Dirimierungsrecht

Dank Dirimierungsrecht konnte vorm Walde die Entscheidung im Beisein eines Rechtsanwalts durchdrücken. Auch sei ein "mehrere Zentimeter dicker Ordner belastenden Materials" zur Verfügung gestanden.

Der Abberufung ging ein Sinneswandel voraus. In der 9. Sitzung der Projektleitung zur Umsetzung der neuen ÖBB-Struktur am 17. Juni hatte vorm Walde noch zu Protokoll gegeben, er habe mit Moldaschl vereinbart, "dass dieser die Projektabarbeitung übernimmt, da die bislang gemachten Erfahrungen bei anderen Projekten, wie z. B. bei den Dienstrechtsverhandlungen, positiv waren". (ung/DER STANDARD Printausgabe, 20.07.2004)

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