Rau: Satan war's

2. September 2004, 18:47
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Hackerangriff ausgeschlossen - Damit ist die Verteidigung des Seminarregens zusammengebrochen

Es muss der Satan gewesen sein. Die Staatsanwaltschaft St. Pölten stellte jetzt "hinsichtlich des am 11. Dezember 2003 beschlagnahmten Rechners des Priesterseminars" fest, "dass die Implantierung der Daten (pornografische Darstellungen mit Unmündigen) von außen (z. B. Hackerangriff) auszuschließen" sei.

Aber der inzwischen zurückgetretene Regens (Leiter) des St. Pöltener Priesterseminars hatte doch seinerzeit (im Herbst 2003), als er von seinem EDV-Verantwortlichen über die Surfprotokolle von (Kinder-)Pornoseiten informiert wurde, gegenüber der Öffentlichkeit erklärt: Die Bilder müssten von außen, von "Hackern" auf den Rechner des Seminars manipuliert worden sein.

Damit ist die Verteidigung des Seminarregens (der außerdem erklärt, die Fotos von der berühmten "Weihnachtsfeier" unter seiner Mitwirkung seien nicht homoerotisch zu deuten) in diesem Punkt zusammengebrochen.

Wer, wie ziemlich viele, der Meinung ist, die Kirche sei ohnehin eine Versammlung von Heuchlern und Lügnern, wird mit den Achseln zucken. Wer der Meinung ist, dass die moralische Integrität der Kirche einen Wert an sich darstellt, wird noch dringlicher als vorher vom Vatikan Konsequenzen erwarten. (DER STANDARD, Printausgabe, 20.7.2004)

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