Strengere Strafen für kinderpornografische Bilder seit Mai

2. September 2004, 18:48
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Im Fall des St. Pöltner Priesterseminars wird aber vermutlich noch der "alte" 207a zum Tragen kommen

Wien - Der Besitz von kinderpornografischem Material wird nach Paragraf 207a Absatz 3 Strafgesetzbuch geahndet. Der dafür vorgesehene Strafrahmen wurde mit dem Bundesgesetzblatt I 15/2004 deutlich erhöht: Seit 1. Mai 2004 drohen für die Beschaffung pornografischer Darstellungen mit Kindern unter 14 Jahren bis zu zwei Jahre Haft. Für einschlägige Bilder von Älteren, aber noch nicht 18-Jährigen ( so genannte mündige Minderjährige) sind immerhin noch bis zu zwölf Monate Freiheitsstrafe vorgesehen. Bis Anfang Mai war der Besitz derartigen Materials nicht strafbar, "geschützt" waren nur unter 14-Jährige.

Neu geregelter 207a

Der neu geregelte 207a definiert nun auch näher, was unter "pornografischen Darstellungen Minderjähriger" zu verstehen ist, nämlich "wirklichkeitsnahe Abbildungen einer geschlechtlichen Handlung an einer unmündigen Person oder einer unmündigen Person an sich selbst, an einer anderen Person oder mit einem Tier". Dabei kommt es darauf an, ob das Betrachten "nach den Umständen den Eindruck vermittelt, dass es sich dabei um eine geschlechtliche Handlung handelt". Das heißt, die geschlechtliche Handlung muss in der Realität gar nicht stattgefunden haben.

Unter Strafe gestellt sind auch "wirklichkeitsnahe Abbildungen" der Genitalien oder der Schamgegend Minderjähriger, "soweit es sich um reißerisch verzerrte, auf sich selbst reduzierte und von anderen Lebensäußerungen losgelöste Abbildungen handelt, die der sexuellen Erregung des Betrachters dienen".

Im Fall des St. Pöltner Priesterseminars wird aber vermutlich noch der "alte" 207a zum Tragen kommen, da sich der Deliktszeitraum - zumindest großteils - auf die Zeit vor der Gesetzesänderung beschränken dürfte. Damals waren für den bloßen Besitz derartiger Bilder maximal sechs Monate bzw. Geldbußen bis zu 360 Tagessätzen vorgesehen. (APA)

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