Deutschland und UNO wollen Agrarproduktion fördern

21. Juli 2004, 19:08
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Saatgut und Düngemittel an 55.000 Haushalte

Berlin - Die afghanische Landbevölkerung soll mit deutscher Hilfe jetzt selbst für die Ernährungssicherung des Landes sorgen. Dazu werden für die anstehende Herbst- und folgende Frühjahrssaison an 55.000 Haushalte im Norden und Nordosten Saatgut für Weizen und Gemüse sowie Düngemittel und Arbeitsgeräte verteilt, teilte das deutsche Verbraucherministerium am Montag mit. Im Zusammenspiel mit der UNO-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) stelle das Ministerium für dieses - ein Jahr lang laufende - Projekt 2,4 Millionen Euro aus eigenen Haushaltsmitteln bereit.

"Mit unserem Projekt "Farm Kits" wollen wir 55.000 Haushalten in Afghanistan eine neue Perspektive in der landwirtschaftlichen Grundproduktion ermöglichen", betonte Verbraucherministerin Renate Künast (Grüne). Ein Viertel der 16 Millionen Afghanen, die auf dem Lande leben, könnten ihren täglichen Nahrungsmittelbedarf nicht decken, erläuterte das Ministerium. "Viele von ihnen sind Flüchtlinge und innerhalb des Landes Vertriebene, die in den letzten Jahren in ihre Heimatdörfer zurückgekehrt sind. Für die meisten von ihnen ist die Landwirtschaft die einzige Einkommensquelle."

Das Künast-Ressort ist derzeit an elf Projekten in Afghanistan beteiligt. Die Hilfe, die sich neben dem Wiederaufbau der Landwirtschaft auf die Bekämpfung von Hunger und Unterernährung konzentriert, ist in die übergeordnete Geberkoordination für den Aufbau des Landes eingebettet. Ein Schwerpunkt dient der Verbesserung der Lage der Frauen, denen unter der Herrschaft der Taliban strengstens untersagt war, etwas zu besitzen oder Handel zu treiben. Nun sollen ihnen durch Tierhaltung und den Verkauf tierischer Produkte eigenständige Einkommensquellen eröffnet werden. (APA/dpa)

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